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Profi-Radsport

Jonas Deichmanns Panamericana-Tagebuch 15: Gegenwind und Hunde machen das Leben schwer

Jonas Deichmann berichtet bei RCDE regelmäßig von seinen Abenteuern während seines Solo-Weltrekordversuchs über die Panamericana.

Aus Jonas Deichmanns Panamericana-Tagebuch:

Tag 71

Ich fahre am frühen Morgen nach Lima. Zum Glück ist es Sonntag und es ist viel weniger Verkehr als erwartet. Ich treffe zwei amerikanische Radfahrer, die mir auf Instagram folgen und entlang meiner Route warten. Dann bekommt mein Rad eine neue Kette im Fahrradladen, bevor es wieder in die Wüste geht. Heute ist der Wind schwächer und er kommt von der Seite. Ich habe bereits von anderen Radfahrern gehört, dass sie das Gleiche in Lima erlebt haben. Ich nutze diese seltene Gelegenheit und fahre 270 km mit dem Fahrrad.

Tag 72

Zurück in den Seitenwind. Am Morgen führt die Straße durch den bisher trostlosesten Teil der Wüste. Völlig flach und absolut nichts zu sehen. Gegen Mittag erreiche ich einige Berge und schöne Oasen. Es ist schwierig, mit Klettern und Wind zurechtzukommen, aber zumindest ist etwas zu sehen.

Tag 73

Einer der schlimmsten Tage, den ich auf dem Fahrrad hatte. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang macht mir ein starker Gegenwind zu schaffen und die schlimmsten Straßenverhältnisse seit Alaska sind auch keine Hilfe. Am Morgen fahre ich durch eine Mondlandschaft, bevor ich mittags die Küste erreiche. Der Wind bläst mir den Sand ins Gesicht, während ich darum kämpfe, die Geschwindigkeit über 15 km/h zu halten. 175 km habe ich am Ende geschafft. Ich sehne mich danach, aus dieser endlosen Wüste herauszukommen.

Tag 74

Wieder starker Gegenwind, aber etwas weniger als gestern. Ich folge nun einer rauen und verlassenen Küstenlinie. Die Straße ist in die Dünen und Klippen gebaut und bietet einen spektakulären Blick über den Pazifik. Wenn es nicht den Wind gäbe, wäre es eine wunderbare Fahrt. Am Nachmittag fahre ich durch ein Dorf und werde von einem Rudel Hunde verfolgt. Es kommen immer mehr und während ich versuche zu entkommen, läuft einer von ihnen in mein Vorderrad. Ich lande auf meiner Schulter. Es ist schmerzhaft, aber ich werde überleben und weiter fahren. Auch mein Fahrrad überlebte ohne Schäden. Der Hund läuft jaulend davon. Glücklicherweise jagt ein Einheimischer die verbliebenen Hunde weg, während ich auf dem Boden liege.

Tag 75

Heute fahre ich entlang der Küste durch eine einsame Wüstenlandschaft. Es gibt immer noch starken Gegenwind. Zwischendurch sind hefitge Klettereien angesagt. Ich habe die Entfernung falsch berechnet und das Dorf auf meiner Karte existiert nicht mehr. So gingen mir Essen und Wasser aus und ich musste bis spät in die Dunkelheit weiterfahren. Es ist beängstigend, auf einer Straße, die sich 200 Meter über dem Ozean entlang schlängelt. Das Gute daran ist, dass ich 252 km geschafft hab und morgen in Chile sein werde.

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