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Profi-Radsport

Jonas Deichmanns Panamericana-Tagebuch 20: Die letzten 1000 Kilometer

Jonas Deichmann berichtet bei RCDE regelmäßig von seinen Abenteuern während seines Solo-Weltrekordversuchs über die Panamericana.

Aus Jonas Deichmanns Panamericana-Tagebuch:

Tag 95

Ich starte in einen kalten Gegenwind. Die Straße führt landeinwärts über ein verlassenes Plateau. Ich bin sehr müde, nachdem ich in den letzten zwei Tagen zu wenig geschlafen habe. Gegen Mittag erreiche ich eine Tankstelle, hole dort Essen und mache mich wieder auf den Weg in den Wind. Am Abend beginnt es zu regnen und der Gegenwind wird stärker. Die Prognose besagt, dass sich der Wind nachts ändert, also campe ich früh und stelle den Wecker auf 3 Uhr morgens.

Tag 96

Ich wache um 3 Uhr morgens auf und mir ist unglaublich kalt. Mein Zelt ist eingefroren und ein Blick aufs Handy verrät, dass es -5 Grad hat. Zusammen mit dem Wind fühlt sich das noch viel kälter an. Ich habe keine Winterkleidung dabei, also ist die Temperatur weit unter meiner Komfortzone. Ich steige auf das Fahrrad, um warm zu werden. Es dauert drei Stunden, bis ich mich endlich wohl fühle. Dank des frühen Starts mache ich gute Fortschritte und erreiche mittags die Stadt Rio Gallegos. Jetzt biegt die Straße in den Wind, der so unerbittlich wie eh und je weht. Ich brauche vier Stunden, um die 60 km bis zur Grenze zu fahren. Die Strecke führt zuerst nach Chile und morgen wieder nach Argentinien. Am Abend legt sich der Wind etwas und ich erreiche die Fähre bei Sonnenuntergang, um zur Insel Feuerland zu gelangen. Dort angekommen finde ich einen geschützten Schlafplatz. Nur 480 Kilometer sind es noch und ich schätze meine Ankunftszeit auf Samstagmorgen.

Tag 97

Heute gibt es starken Rückenwind für den letzten Push. Die Straße führt über schöne Hügel vorbei an riesigen Schafherden. Ich fahre die meiste Zeit mit 45 km/h, aber ein paar Mal nimmt die Straße eine Kurve in den Wind. Die Abschnitte sind zwar kurz, aber auch nur 5 km bei diesem Wind sind eine Herausforderung, das Fahrrad auf der Straße zu halten. Gegen Mittag erreiche ich die Grenze und folge der Küste. Jetzt ist der Wind so stark, dass ich bergauf nicht einmal mehr besonders stark treten muss. Ich fahre in die Nacht und bewältige 380 km. Die letzten 100 km sind bergig und halten Seitenwind bereit. Das wird ein schönes Finale morgen!

Tag 98

Ich fahre nach 4 Stunden Schlaf los. Die Straße führt entlang eines wunderschönen Sees, durch den Regenwald und über einen Pass vorbei an schneebedeckten Bergen. Außerhalb von Ushuaia warten zwei Einheimische mit einem Auto und einer Kamera, um meine Ankunft zu filmen. Es ist perfektes Wetter und die Abfahrt zum Meer und zum Ziel ist spektakulär. 23.112 km und 195.800 Höhenmeter in 97 Tagen, 21 Stunden und 10 Minuten. Jetzt ist es Zeit für Bier und Fiesta.

 

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