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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2018 – Etappe 6: Esteban Chaves siegt auf ​Ätna

Doppeltriumph für Mitchelton-Scott: Chaves holt sich den Etappensieg, Simon Yates übernimmt die Führung in der Gesamtwertung.

Für das Team Mitchelton-Scott war die erste Bergankunft des 101. Giro d’Italia ein doppelter Erfolg: Nachdem sich die beiden Fahrer auf dem 15 Kilometer langen Anstieg des Ätna zur Seite gestanden hatten, holte sich Esteban Chaves den Tagessieg und Simon Yates das Maglia Rosa.

„Es war ein großartiger Tag“, sagte Chaves. „Nach einer Reihe von Angriffen konnte ich mich absetzen, wir gewannen die Etappe und das Maglia Rosa. Das ist fantastisch. Ich kann mich nur bei Simon bedanken, dass er mich die Etappe hat gewinnen lassen. Das passiert nicht alle Tage.“ Auch Yates war sehr froh mit dem Ergebnis der 6. Etappe. „Es war etwas ganz Besonderes und es ist etwas sehr Besonderes, es mit diesem Menschen erlebt zu haben. WIr sind quasi miteinander groß geworden, und das ist das Endergebnis“, sagte er.

Erfolg im Doppelpack für Mitchelton-Scott: Esteban Chaves gewinnt die 6. Etappe des Giro d’Italia, Simon Yates das Maglia Rosa (Foto: Sirotti)

Chaves konnte sich in der Ausreißergruppe nach vorne absetzen, als diese sich nach einiger Zeit bildete. Yates übernahm die Führung in einer sehr auserwählten Gruppe an Favoriten, die sich formte und griff aus der Gruppe heraus an. Yates wies Chaves an, sich den Etappensieg zu holen. Die Freude über ihren Doppelerfolg war den beiden Fahrern im Ziel anzusehen.

Chaves und Yates feiern ihren gemeinsamen Sieg, die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben. (Foto: Sirotti)

Die erste Bergankunft des 101. Giro d’Italia wurde von Fahrern und Fans gleichermaßen mit Spannung erwartet, auch wenn die Favoriten sich so früh im Rennen noch zurückhalten und nichts riskieren wollen, kann es zu überraschenden Entwicklungen kommen.

Nachdem sich in den ersten Etappen des Giro schon früh Ausreißer absetzen konnten, wurde es den Fahrern heute erschwert, sich vom Hauptfeld zu lösen. Es hagelte ein Angriff nach dem nächsten, aber keine Gruppe bekam anfangs die Möglichkeit, sich abzusetzen. Tony Martin (Katusha-Alpecin) war einer der Fahrer, der sich immer wieder abmühte, aber auch sein Einsatz war vergeben. Das Peloton rollte die ersten 50 Kilometer der 169 Kilometer als ‚gruppo compatto‘ im zügigen Tempo dahin.

Endlich schaffte es eine relativ große Gruppe, sich vom Peloton abzusetzen, als dieses der ständigen Angriffen müde wurde. Die Ausreißer hatten eine Minute Vorsprung, als klar wurde, dass unter den Ausreißern einige namenhafte Fahrer und Teams vertreten waren, unter anderem Esteban Chaves für Mitchelton Scott, mit Jack Haig an seiner Seite, und Sergio Henao für Team Sky. Unter anderem befanden sich auch  Haga und Oomen (Team Sunweb), Cherel, Jauregui und Denz (AG2R La Mondiale), De La Cruz and Henao (Team Sky),  Mori, Polanc und Ulissi (UAE Team Emirates),  Gesink (LottoNL Jumbo) und Quintana (Movistar) in der recht großen Gruppe, dem das Peloton jetzt auf den Fersen war. BMC, im Besitz des Maglia Rosa mit Rohan Dennis, sah sich gezwungen, die Führung in der Verfolgungsjagd aufzunehmen, um Dennis Position zu verteidigen.

Der Anstieg auf dem Vulkan Siziliens markiert die erste Bergankunft des 101. Giro d’Italia. (Foto: Sirotti)

BMC trieb das Peloton kräftig voran und als sich das Rennen dem Ätna, und so auch dem Ziel, näherte, bekam BMC Unterstützung von Astana und Bahrain Merida. Der Abstand zu den Ausreißern wurde nie größer als drei Minuten, wurde aber vom Peloton nie als große Bedrohung angesehen, so hatte es den Anschein. Aber Chaves fuhr in der Ausreißergruppe ein starkes Rennen und half der Gruppe immer wieder, das Tempo hoch zu halten. Es entwickelte sich wie ein Rennen innerhalb eines Rennens, was die Spannung für die Radsportfans noch erhöhte.

Die Straße zum Observatorium auf dem Vulkan beginnt sich schon 25 Kilometer vor der Ankunft zu heben, der eigentliche Anstieg wird jedoch mit 15 Kilometern angegeben. Der Abstand zwischen dem Peloton und den Ausreißern begann zu schrumpfen, Haig setzte sich für Chaves ein während Froome sich darum bemühte, weit vorne im Peloton zu sein. Noch 20 Kilometer zum Ziel und das Tempo in beiden Gruppen zog merklich an. Die Ausreißergruppe begann sich aufzulösen, als das scharfe Tempo und die Steigung ihren Tribut zollten. Im Hauptfeld begann Astana, das Tempo zu bestimmen, mit Froome auf den Fersen von Kangert, Sanches und Lopes.

Bald waren es nur noch neun Ausreißer und mit 9 Kilometern zum Ziel zog Astana das Tempo im Hauptfeld weiter an, das bald auf 20 Fahrer reduziert war. Dennis versuchte, sich an der Gruppe zu halten, aber als der Vorsprung der Verfolger zu den Verfolgten auf 50 Sekunden fiel, litt das Maglia Rosa zunehmends an dem scharfen und unbarmherzigen Tempo des Pelotons.

Chaves ging am steilsten Abschnitt des Vulkans zum Angriff über. Er schaffte es, eine Lücke zwischen sich und seinen Mitstreitern zu schaffen und bewies mit seiner Kraft und Geschwindigkeit, dass er einen Soloangriff wagen konnte. Keiner seiner Mitstreiter konnten ihm folgen und sie wurden letztendlich vom Hauptfeld eingeholt. Im Hauptfeld war es Yates, der mit noch 1,5 Kilometern zum Ziel seine wahre Stärke zeigte und zu einem beherzten Angriff überging. Keiner seiner Rivalen konnte mit ihm mithalten. Schon bald hatte Yates einen Abstand von 20 Sekunden aufgebaut, gesellte sich zu seinem Teamkollegen Chaves und zog ihn zum Ziel und Etappensieg.

Simon Yates liegt mit 16 Sekunden vor Tom Dumoulin in Führung, Chaves ist mit 26 Sekunden Rückstand auf dem dritten Platz. Rohan Dennis (BMC) fiel auf den sechsten Platz in der Gesamtwertung. (Foto: Sirotti)

Rohan Dennis (BMC) fiel in der Gesamtwertung auf den sechsten Platz und liegt 53 Sekunden hinter Yates. Dumoulin konnte seinen zweiten Platz halten mit einem Abstand von 16 Sekunden zum Maglia Rosa, Chaves liegt an dritter Stelle, 26 Sekunden hinter seinem Teamkollegen.

Video: Zusammenfassung der 7. Etappe des Giro d’Italia 2018

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