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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2018: Simon Yates erringt seinen dritten Tagessieg auf der 15. Etappe

Simon Yates (Mitchelton-Scott) erweitert seine Führung, der Sieger des letzten Jahres, Tom Dumoulin (Team Sunweb), macht Verluste.

Aller guten Dinge sind drei: Simon Yates (Mitchelton-Scott) erlangte auf der 15. Etappe des 101. Giro d’Italia seinen Hattrick, als er auf dem vorletzten Pass, 18 Kilometer vor dem Ziel, zum Angriff überging und mit einer starken und überzeugenden Einzelleistung zum Ziel stürmte. Seine Rivalen, unter ihnen der Titelverteidiger Tom Dumoulin (Team Sunweb), konnten mit dem Briten nicht mithalten. Ihre Bemühungen galten nur der Schadensbegrenzung.

Es war eine fordernde und bergige Etappe, übersät mit drei harten Pässen in den Dolomiten, die nach dem harten Tag und der Zielankunft auf dem Monte Zoncolan auf die Profis wartete. Das hielt die Fahrer nicht davon ab, von Anfang an ein rasantes Tempo anzuschlagen. Wieder war es Yates, der auf den letzten Kilometern in die Offensive ging. Der Brite ging auf dem letzten Pass zum Angriff über und konnte seine Rivalen auf 18 Kilometern erfolgreich abhalten. Keiner in der Gruppe schien in der Lage zu sein, dem Mitchelton-Scott-Fahrer herauszufordern, der mit scheinbarer Leichtigkeit davonzog.

Simon Yates (Mitchelton-Scott) erzielte mit seinem dritten Tagessieg auf der 15. Etappe des 101. Giro d’Italia seinen Hattrick. Der Brite ging auf dem letzten Anstieg 18 Kilometer vor dem Ziel zum Angriff über und zog seinen Rivalen davon. (Foto: Sirotti)

Während Yates sich mit jeder Pedalumdrehung von seinen Mitstreitern entfernte und der Abstand sich im Sekundentakt vergrößerte, schafften seine Rivalen es nicht, sich in eine halbwegs funktionierende Gruppe zusammenzuzraufen, um die Verfolgungsjagd aufzunehmen. Dumoulin wurde von der Gruppe zurückgelassen, aber der Titelverteidiger schaffte es, sich für den letzten Sprint zum Ziel wieder nach vorne zu arbeiten. Letztendlich wurde der Team-Sunweb-Fahrer Dritter, hinter Miguel Ángel López (Astana), der 41 Sekunden nach Yates an zweiter Stelle ins Ziel kam.

Für den Titelverteidiger Tom Dumoulin (Team Sunweb) ging es letztendlich nur noch um Schadensbegrenzung. Er überquerte als Dritter auf der 15. Etappe die Ziellinie. (Foto: Sirotti)

Der zweite Tag in den Bergen des 101. Giro d’Italia führte das Peloton in die Dolomiten. Auch wenn die namhaften Pässe bei der diesjährigen Ausgabe des Giro d’Italia ausblieben, war die 15. Etappe nicht zu unterschätzen: Auf 176 Kilometern mussten die Fahrer drei Anstiege der zweiten und einen Anstieg der dritten Kategorie überwinden: Als Erstes erreichte das Rennen nach 48 Kilometern den Passo della Mauria. Darauf folgte nach weiteren 62 Kilometern der Passo Tre Croci. Auf den letzten 40 Kilometern folgten die Berge in schneller Reihenfolge, erst mit dem Passo di Sant’Antonio nach 146,9 Kilometern und zuletzt, 15,4 Kilometer vor dem Ziel, der Costalissio. Das Ziel konnten die Profis nur über einen unklassifizierten Anstieg und einem welligen Streckenprofil auf den letzten 2,5 Kilometern erreichen.

Es war auf dem letzten klassifizierten Anstieg der Etappe, dem ziemlich unregelmäßig verlaufenden Costalissio, auf dem Yates zum Angriff überging. Nach einem Kilometer hatte er sich abgesetzt und für den Mitchelton-Scott-Fahrer wurde es zu einer Einzelveranstaltung bis ins Ziel. Auf der Passhöhe betrug sein Vorsprung 25 Sekunden, Chris Froome, der sich am Vortag auf dem Monte Zoncolan seinen ersten Etappensieg bei dem 101. Giro d’Italia sicherte, fiel zurück und lag schon bald eine Minute hinter dem Maglia Rosa. Auf dem letzten Anstieg nach Sappada konnte Yates seinen Vorsprung noch weiter ausbauen, seine Verfolger verpassten ihre Chance, sich zu einer funktionierenden Gruppe zu organisieren.

Yates ist der erste Fahrer seit Gilberto Simoni 2003, der drei Etappen gewinnt, während er das begehrte Maglia Rosa trägt. „Ich habe mich auf meinen Instinkt verlassen“, erklärte Yates. „Nach der Abfahrt konnte ich sehen, dass sich eine Lücke zwischen uns und ein paar der anderen Fahrer aufgetan hatte. Also sagte ich zu Jack, dass wir das Tempo anziehen sollten. Wir sind sozusagen von Anfang an hart in den Anstieg gefahren und ich fühlte mich gut. Also habe ich meinen Augenblick zum Angriff abgewartet. Zuerst reagierten die anderen Fahrer. Dann gab ich wirklich alles und schaffte es, mich loszureißen.“

Am Abend vor dem letzten Ruhetag des diesjährigen Giro d’Italia und dem Einzelzeitfahren am 22. Mai liegt Simon Yates 2:11 Minuten vor Dumoulin in Führung. (Foto: Sirotti)

Mit seinem Angriff und den Bonussekunden, die Yates mit seinem dritten Etappensieg erhalten hat, liegt der Brite am Tag vor dem letzten Ruhetag und dem darauffolgenden Einzelzeitfahren 2:11 vor dem Titelverteidiger Tom Dumoulin. “Mein Zeitvorsprung ist gut, aber Dumoulin kann mir im Zeitfahren auf einer einzigen Etappe zwei Minuten abnehmen. Ich habe seit Israel hart um jede Sekunde gekämpft, um meinen Zeitvorsprung zu ihm auszubauen. Ich bin mit meinem Vorsprung zufrieden. Aber der kann auf 35 Kilometern verschwinden, also heißt es abwarten.“

Chris Froome (Team Sky) konnte mit der Gruppe an Favoriten auf dem letzten Anstieg nicht mithalten. Der Sieger der Etappe auf dem berüchtigten Monte Zoncolan musste den Anschluss zur Gruppe reißen lassen, als Yates sein Tempo anzog. Froome verlor 1:32 an seinen Landsmann. Aber er war nicht der einzige Anwärter auf den Gesamtsieg, der sich heute geschlagen geben musste: Fabio Aru (UAE-Team Emirates) brach auf dem Sant’Antonio, 30 Kilometer vor dem Ziel, vollkommen ein und quälte sich sichtlich Richtung Ziel.

Nach der 15. Etappe liegt Simon Yates 2:11 Minuten vor dem Titelverteidiger Dumoulin in Führung. Domenico Pozzovivo ist mit einem Rückstand von 2:28 auf dem dritten Platz. Chris Froome ist von dem fünften auf den siebten Platz gefallen und liegt 4:52 hinter dem Maglia Rosa. Es folgt ein Ruhetag und dann das Einzelzeitfahren, welches eine neue Ordnung in die Gesamtwertung bringen kann. Wie schon beim 100. Giro d’Italia kann das Zeitfahren in der letzten Woche entscheidend sein, wer das Maglia Rosa bis in den letzten Tagen des Rennens bis nach Rom verteidigen wird.

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