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Profi-Radsport

5 der besten und die schlimmsten Team-Trikots aller Zeiten

Stil kam im Radsport oftmals zu kurz. An einige Outfits erinnert man sich gerne zurück und andere konnte man getrost vergessen.

In wohl keiner anderen Sportart sieht man so viele verschiedene Farben auf einem Haufen wie es im Radsport der Fall ist. Der Grund dafür sind die vielen Team-Trikots in den verschiedensten Designs und Farben.

Die Designer der Trikots haben im Radsport zwar recht viele Freiheiten, sie müssen sich aber auch deutlich mehr kommerziellem Druck stellen, als in anderen Sportarten. Bedenkt man dann noch die ständigen Sponsorenwechsel, ist es nicht verwunderlich, dass sich die Team-Trikots andauernd verändern und wir über die Jahre schon so viele verschiedene Designs zu sehen bekamen. Viele von ihnen machen einiges her. Im Gedächtnis bleiben aber meist die weniger schönen, die so mancher Fahrer in seiner Freizeit sicherlich nicht freiwillig angezogen hätte.

Team-Trikots – eine Frage des Geschmacks?

Die Meinung über Team-Trikots kann, aufgrund des persönlichen Geschmacks, natürlich auseinandergehen – das ist bei den Fahrern, die sie tragen, ja nichts anderes. Dennoch ist es sehr wahrscheinlich, dass einige der Team-Trikots in diesem Artikel das Potential dazu haben, so ziemlich jedem ein spottendes Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wenn ihr bei dem einen oder anderen Trikot anderer Meinung seid als wir, würden wir uns über einen entsprechenden Kommentar freuen.

Viele Fahrer sind keine Freunde von Team-Trikots. Wir haben einige Exemplare herausgepickt, die der Grund dafür sein könnten. Es ist gut möglich, dass man Stücke, die man einst für cool gehalten hat, nach unserem Artikel nicht mehr anziehen würde, ohne sich dafür zu schämen. Zunächst werden wir uns aber den guten Team-Trikots widmen.

Die „guten“ Team-Trikots

La Vie Claire

Zwei gute Leitfäden beim Designen eines Trikots sind, es einfach zu halten und, wenn möglich, die Dienste eines Künstlers in Anspruch zu nehmen. La Vie Claire hat sich beide Faktoren zu Herzen genommen und sich die Stilrichtung eines niederländischen Malers namens Piet Mondrian zu Nutze gemacht – den Neoplastizismus.

Das hier abgebildete Trikot von La Vie Claire ist ein wahrer Klassiker. Das von Piet Mondrian beeinflusste 1985er-Modell ist noch heute als Retro-Trikot bei Prendas erhältlich.

Neoplastizismus heißt im Niederländischen „De Stijl“ und im Deutschen, wie man sich denken kann, „Der Stil“. Diese Stilrichtung ist geprägt von geraden Linien und Primärfarben, aus denen abstrakte Bilder entstehen. Piet Mondrian arbeitete prinzipiell nur mit Schwarz und Weiß. Benetton entschied sich beim Design für das Trikot allerdings für ein farbenfroheres Zusammenspiel von Rot, Blau, Gelb, Schwarz und Grau. Ruft man sich die komplett weißen Kits von Francaise des Jeux ins Gedächtnis und wie sie bei Regen ausgesehen haben, hat Benetton hier nicht die schlechteste Wahl getroffen. Gerade für Hosen ist Weiß nicht die vorteilhafteste Farbe.

Das Original-Trikot wurde nach den Prinzipien von Piet Mondrian gestaltet. Es wurde so populär, dass es ganze vier Jahre (von 1984 bis 1987) von La Vie Claire getragen wurde. In dieser Zeit stellte das Team zwei Tour-de-France-Champions – Bernard Hinault (1985) und Greg LeMond (1986). Es gibt nicht viele Teams, die so lange an ihren Trikots festgehalten haben. Für gewöhnlich liegen die Gründe hierfür in den oft wechselnden Sponsoren, die verständlicherweise ihre eigene Vorstellung von den Outfits haben.

1987 wurde La Vie Claire als Hauptsponsor von Toshiba abgelöst und so dauerte es dann auch nicht mehr lange, bis das Trikot seinen Dienst getan hatte. Welches Trikot den Klassiker damals abgelöst hat, sieht man hier. Darüber, welches das schönere Modell ist, brauchen wir unserer Meinung nach kein Wort verlieren.

Ti Raleigh

Wir möchten hier keinesfalls behaupten, Team-Trikots wären vor den Neunzigern besser gewesen. Das wäre auch schlichtweg nicht wahr, wie die Outfits von Atala und Fagor-Mercier deutlich belegen. Neben dem Design spielt dabei aber auch das Material eine entscheidende Rolle. Damalige Trikots bestanden aus Wolle und zwar aus herkömmlicher und nicht etwa aus Merinowolle. Im Grunde bestanden sie also genau aus dem Material, welches man sich für ein Radsport-Trikot nicht wünscht.

Ti Raleigh gehörte in den Achtzigern mit zu den stärksten Teams.

Die Wahrheit ist, dass fortschreitende Technologien und die Einführung von Lycra es viel leichter gemacht haben, die Team-Trikots mit Werbung vollzupflastern und mit Farben jeder Art zu arbeiten. Früher wäre das so nicht möglich gewesen. Dennoch bleibt die Frage, ob Fortschritt wirklich immer gut ist.

Ein weiteres Team mit einem wirklich tollen Trikot war Ti Raleigh. In ihren Reihen hatten sie Fahrer wie Joop Zoetemelk, Hennie Kuiper oder Jan Raas. Diese Kandidaten gewannen zu ihrer Zeit so ziemlich jedes Rennen, in dem sie an den Start gingen. Dieser Umstand machte das Leben für die sportlichen Leiter des Teams sehr leicht. 1974 übernahm dann der einstige Paris-Roubaix-Gewinner, Peter Post, die sportliche Leitung des Teams. Ti Raleigh war seinerzeit also ein super Team mit einer sehr starken Besetzung.

Die Schönheit des Team-Trikots liegt auch mit darin, dass es sich super mit schwarzen Hosen kombinieren ließ. Auch heute wären die Hersteller noch gut beraten, sich gelegentlich daran zurückzuerinnern. Schwarze Hosen sind klassisch, können in bestimmten Fällen aber auch schrill erscheinen. Vielleicht fühlen sich gerade deswegen so viele Weltmeister zu weißen Outfits hingezogen.

Jetzt aber weg von den Hosen und zurück zum Trikot. Es machte damals einiges her und vergleicht man es mit dem heutigen Trikot von Team Raleigh, lässt sich nach wie vor noch eine Verbindung zum damaligen Design herstellen.

Brooklyn Chewing Gum

Hat man Mr. Paris-Roubaix, alias Roger de Vlaeminck, in seinem Team, ist man automatisch im Gespräch. Hüllt man seine Fahrer dann auch noch in ein ansprechendes Trikot, ist das Auftreten perfekt.

Brooklyn Chewing Gum war ein italienisches Team mit einem amerikanischen Sponsor. Im Kader befand sich unter anderem der belgische Ausnahmefahrer, Roger De Vlaeminck, der auf insgesamt vier Siege beim Eintagesrennen, Paris-Roubaix, zurückblicken kann.

Brooklyn war ein italienisches Team, welches in den 70er und 80er Jahren aktiv war. Der beste Fahrer im Kader war ein Belgier und die Flotte war in die Farben der amerikanischen Flagge gehüllt. Man kann über die USA sagen und denken was man möchte, aber an ihrer Flagge gibt es nichts auszusetzen.

Abgesehen davon, dass dieses Trikot recht einfach gestaltet ist, konnte man mit Rot, Weiß und Blau nicht viel falsch machen. Sieht man sich die verschiedensten Länderflaggen an, ist diese Farbkombination wohl die bekannteste in der Geschichte. Länder wie Frankreich, die Niederlande, Russland, Island, Cuba, die USA, Großbritannien und viele andere haben Fahnen, die aus diesen drei Farben bestehen. Brooklyn verdient zudem Respekt dafür, dem Drang, die Brooklyn Bridge in irgendeiner Form auf dem Trikot unterzubringen, widerstanden zu haben obwohl sie auf der Packung des Kaugummis abgebildet ist.

Team Sky

Rapha und Sky gehören wohl zu den polarisierensten Marken im Radsport. In Zusammenarbeit haben sie allerdings ein ganz besonderes Team-Kit ins Leben gerunfen, welches Einfachheit mit Eleganz verbindet. Selbst mit ihrer Erfolgsbilanz könnte Team Sky allerdings noch mehr Fans haben, wären die Fahrer beispielsweise im Manchester United Trikot aus den frühen 90er Jahren unterwegs. So etwas hässliches muss man nämlich einfach mögen. Wenn man in einem Trikot pedaliert, welches nicht einmal die eigenen Fans anziehen würden, ist es nicht leicht sich Respekt zu verdienen – selbst dann nicht, wenn man erfolgreich ist.

Man kann sie lieben oder auch hassen. Fakt ist: Team Sky hat in gewisser Weise Stil. (Foto: Sirotti)

Wenn es eine Sache gibt, die Sky – und auch einige andere Marken – uns aufzeigen, dann, das der Schlüssel zu einem gutaussehenden Team-Kit in der Einfachheit liegt.

Zudem ist es für Team Sky ein Leichtes, ihre Farben überall unterzubringen. So findet man sie beispielsweise an den Teamfahrzeugen und an jeder Art von Alltagskleidung. Überhaupt gibt es von Team Sky mehr Merchandise-Artikel, als die meisten Fans Zuhause unterbringen könnten. Wenn man kommerziell erfolgreich sein möchte, ist das Image ein sehr wichtiger Faktor. Wen sieht man schon in einem Outfit von Lampre-Merida durch die Gegend laufen? So ziemlich niemanden – nicht einmal Filippo Pozzato.

Molteni

Molteni haben das Prinzip der Einfachheit vielleicht am Besten umgesetzt. Man braucht sich nur Eddy Merckxs legendäres Molteni-Trikot ansehen. Es besteht aus lediglich zwei Farben – Orange und Schwarz. Eine Ausnahme war sein Weltmeister-Trikot, in dem man ihn auf dem Foto sehen kann. Natürlich tauschte er sein Standard-Trikot gelegentlich aber auch gegen das Gelbe Trikot bei der Tour de France, das Pinke Trikot beim Giro d’Italia oder gegen andere Führungs-Trikots. Wenn man so recht drüber nachdenkt, war Eddy Merckx eigentlich gar nicht so oft im eigentlichen Molteni-Trikot unterwegs.

Molteni war in den Jahren von 1971 und 1976 der Sponsor von Eddy Merckxs Team. In dieser Zeit konnte “der Kannibale” sich drei Tour-de-France-Titel und zwei Weltmeisterschaften holen. Insgesamt konnte er allerdings noch viel mehr Erfolge verbuchen.

Molteni war von 1971 bis 1976 Sponsor des Teams und Eddy Merckx war in dieser Zeit durchgehend Teil der Flotte. Ob er, trotz seiner ständigen Erfolge, heute allerdings den gleichen Ruf genießen würde, wäre er damals im Trikot von Kelme unterwegs gewesen, ist fragwürdig. Fakt ist, Molteni-Trikots werden heute fast immer in Zusammenhang mit Eddy Merckx gebracht.

Die Team-Trikots von Molteni sind Klassiker und erinnern an eine Zeit, in der die Dinge und eben auch die Outfits im Großen und Ganzen einfach einfacher waren.

Die schlimmsten Team-Trikots

ONCE

ONCE ist eine spanische Lotterie für Blinde und die Team-Trikots spiegelten ihre Farben wieder – Gelb und Schwarz. Bei der Tour de France durfte das Team mit diesen hauptsächlich gelben Trikots nicht an den Start gehen, da es sich mit dem Maillot Jaune behakt hätte. Aufgrund dessen traf der Sponsor eine folgenschwere Entscheidung und aus Gelb wurde Pink.

Fahrer wie Alex Zülle, Laurent Jalabert und Abraham Olano traten zu dieser Zeit für ONCE in die Pedale. Selbst Jalabert – einem Fahrer mit einem unglaublichen Elan – war es nicht möglich, dieses pinke Trikot in ein gutes Licht zu rücken oder es in irgendeiner Form cool aussehen zu lassen. Wie man hier sehen kann, hat er aber sein Bestes gegeben.

Noch schlimmer hätte man das Ganze nur in Kombination mit einer komplett pinken Hose machen können. Zum Glück blieb den Fahrern aber wenigstens das erspart. Ansonsten hätte sich den Zuschauern sicher ein unvergesslicher und schriller Anblick geboten, hätte sich einer der ONCE-Fahrer das Gelbe Trikot erkämpft.

Als hätten Team-Trikots in dieser gewagten Farbe nicht gerreicht, wurden die Fahrer auch noch auf farblich passenden Rennräder gesetzt. Hier demonstriert Alex Zülle die stilvolle Kombination aus Rad und Trikot.

Ag2r

Würde man die Farben mal außen vor lassen, wäre das aktuelle Design des Team-Trikots von Ag2r La Mondiale gar nicht so schlimm. Es würde zwar keine Preise gewinnen, aber es gibt doch deutlich unansehlichere Outfits im professionellen Radsport.

Da Braun an sich schon keine wirklich schöne Farbe ist, können wir über das Ag2r-Outfit, welches großflächig aus Braun besteht, beim besten Willen nichts Gutes sagen.

Seinen Platz in unserer Auswahl der schlimmsten Team-Trikots hat Ag2r aufgrund der Farbwahl bekommen. An Hellblau gibt es nichts auszusetzen und Weiß liefert, in dieser Quantität, auch keinen Grund zur Klage. Aber diese Fülle an Braun ist wirklich ein No-Go und hat nichts an einem Radsport-Trikot zu suchen. Welcher Radsportler möchte schon aussehen, als wäre er bei einem der matschigen Frühlings-Klassiker gestürzt?

Zu Beginn des neuen Jahrtausends, als Ag2r La Mondiale noch Ag2r Prevoyance hieß, hatte das Unternehmen einen deutlich angenehmeren Farbmix. Er bestand aus Blau, Weiß und Gelb. Hier kann man Christophe Moreau in dem alten Trikot sehen. Unabhängig davon, welche Genies sich die neue Farbgebung überlegt haben, müssen sich junge Radsportler heute für ihr Outfit belächeln lassen. Es ist also nicht verwunderlich, dass Nicolas Roche sich nach der Saison 2012 einen neuen Arbeitgeber gesucht hat.

Saunier Duval

Als David Millar seine zweijährige Dopingsperre hinter sich gelassen hatte, trat er für Saunier Duval in die Pedale. Hier kann man den Schotten, der seinerzeit als einer der stärksten Zeitfahrer galt, in seinem damaligen Team-Outfit sehen. So mancher Kanarienvogel wäre vor Neid erblasst.

Le Groupment

Graeme Obree hatte es während seiner aktiven Laufbahn nicht immer leicht. Ein Grund dafür war mit Sicherheit seine klare Einstellung zum Thema Doping. Ob er sich das oben abgebildete Trikot, welches schon fast an Körperverletzung grenzt, gerne übergestreift hat, ist doch mehr als fragwürdig.

Mapei

Kommt es zu einer Debatte darüber, welches Team das beste aller Zeiten ist, kann man sicher sein, dass auch Mapei zur Sprache kommt. In den Neunzigern war Mapei eine Macht, die über die Zeit viele große Sportler in ihren Reihen hatte. Hierzu zählen unter anderem Johan Museeuw, Franco Ballerini, Andrea Tafi, Frank Vandenbroucke, Pavel Tonkov und Paolo Bettini. Zudem pedalierten auch Fabian Cancellara, Oscar Friere und Filippo Pozzato in ihren frühen Jahren für Mapei.

Neben namenhaften Fahrern hatte Mapei auch eines der buntesten Team-Trikots aller Zeiten. Mapei ist ein Hersteller für bauchemische Produkte und die Farben wurden von den Verpackungen des Sponsors übernommen. Die Erfolge des Teams machten das Trikot legendär. Allerdings muss eine Legende nicht automatisch gut aussehen. Fakt ist allerdings, dass dieser Tutti-Frutti-Look ins Auge stach. Bilder aus den Neunzigern, auf denen Museeuw in diesem Trikot Rennen um Rennen dominierte, wird es natürlich weiterhin geben. Das Peloton dürfte allerdings nicht traurig darüber sein, dass dieses Outfit der Vergangenheit angehört.

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