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Rennradfahren in Irland – mit dem Wohnmobil am Wild Atlantic Way

Rennradfahren in Irland ist bei deutschen Radlern noch wenig verbreitet. Unverständlich eigentlich. Wir stellen Land, Leute und die besten Touren vor.

Irland dürfte nicht die erste Insel sein, die einem hierzulande als Ziel für Reisen mit dem Rennrad in den Sinn kommt. Dabei wartet die Atlantikinsel mit grandiosen Aussichten und ausgesprochen gastfreundlichen Bewohnern auf. Wir haben uns in das Abenteuer Irland gestürzt und den Wild Atlantic Way entlang der Westküste der Insel mit Wohnmobil und Rennrad erkundet.

Und gleich vorweg: Ja, es lohnt sich, du solltest nach Irland kommen, unbedingt! Wir haben während unserer Reise ein landschaftlich vielfältiges Land kennengelernt, voll von kleinen Sträßchen mit traumhafter Aussicht, in deren Umgebung permanent geographische Abwechslung stattzufindet. Es fällt beim Rennradfahren in Irland schwer, nicht andauernd für ein Foto stehenzubleiben, denn ein schöner Aussichtspunkt scheint hier geradezu den nächsten zu jagen.

Die Anreise erfolgt beispielsweise – wie in unserem Fall – mit Irish Ferries vom französischen Cherbourg über Nacht nach Dublin. Erhöhte Aufmerksamkeit ist beim anschließenden Verlassen der Fähre geboten, denn ab sofort herrscht Linksverkehr!


WohnmobilNach Irland reisten wir mit dem Hymer Grand Canyon S CrossOver, einem offroadtauglichen Wohnmobil mit Allradantrieb und einer Solaranlage, die genug Strom für bis zu zehn Tage Autarkie liefert. Das Fahrzeug bietet zwei Personen komfortablen Platz und lässt sich auch von unbefestigten Straßen nicht aufhalten.

Unser Einstiegspunkt in den Wild Atlantic Way markierte die zweieinhalb Autostunden von Dublin entfernte Stadt Sligo. Von dort führte uns der Weg entlang der Küste in den Süden der Insel. Unterwegs bieten zahlreiche Campingplätze am Meer fantastische Möglichkeiten, die Beine auszuruhen. Unser Tipp: Nicht zu detailliert vorplanen und gewisse Zeitpuffer lassen, denn an manchen Orten bleibt man gerne mal eine Nacht länger.

Ein größeres, zusammenhängendes Radwegenetz existiert in Irland (noch) nicht. Die Straßen sind teils schmal, unübersichtlich wegen der hohen Böschungen und löchrig, aber wer ein wenig sucht, kann zahlreiche Touren finden, die das Rennradfahren in Irland zum Genuss machen.

Drei sehr zu empfehlende Touren schlagen wir dir weiter unten vor – inklusive Beschreibung und Kartenmaterial auf Komoot.

Entlang des Wild Atlantic Way an der Westküste Irlands finden sich zahlreiche landschaftliche Perlen. Der markante Tafelberg Ben Bulben, die Insel Achill oder die Steilkippen von Moher sind nur drei der vielen Highlights, die dem Reisenden in Irland unterwegs begegnen und für unvergessliche Momente sorgen.

Das irische Wetter ist wegen der exponierten Atlantiklage auch im Sommer wechselhaft und unberechenbar, eine gute Zwiebelstrategie ist hier Pflicht und Regenschauern sollte mit Gelassenheit entgegengesehen werden, sorgen sie doch für dramatische Wolkenstimmungen und somit für noch mehr Fotogelegenheiten.

FahrradträgerUnser Bike fand seinen sicheren Reiseplatz auf einem EasyFold-XT-Fahrradträger von Thule. Bis zu drei Fahrräder finden auf dem auf der Anhängerkupplung fixierten Träger Platz.

Steigungen können in Irland knackig werden, sind aber nie besonders lang. In größeren Städten entlang des Wild Atlantic Way lassen sich Fahrradgeschäfte finden, auf dem Land sieht es aber eher mau aus, deshalb raten wir dazu, immer einen kleinen Vorrat an Ersatzschläuchen und ähnlichem Verschleißmaterial dabei zu haben.

Wer allerdings beim Rennradfahren in Irland einmal wirklich mit einer Panne am Straßenrand feststeckt, dürfte auf Hilfe nicht lange warten müssen. Auf unserer Reise lernten wir die Iren als unfassbar nette, kontaktfreudige und aufrichtig hilfsbereite Menschen kennen, die keine Mühe scheuen würden, einem gestrandetem Reisenden zu helfen.

Wenn eines in unserer Erinnerung an Irland noch schöner ist, als die opulente Landschaft, dann mit Sicherheit die liebenswerte Freundlichkeit der Menschen dort.

Video: Rennradfahren in Irland

Unsere Routenvorschläge: Rennradfahren am Wild Atlantic Way

Wir haben drei Routen verschiedener Länge und Schwierigkeit entlang der Westküste Irlands herausgesucht und stellen Sie dir hier vor. Mit Klick auf die Links kannst du die Routen bei Komoot einsehen und herunterladen.

Rundtour Mullaghmore – Gleniff Horseshoe

Leichte Rundtour
Länge: 25,8 Kilometer
Höhenmeter: 290

FahrradWir fuhren das Felt VR Advanced auf Irlands Straßen. Als komfortabler Endurance-Renner passt er perfekt zum Straßenprofil am Wild Atlantic Way. Zum ausführlichen Test des Bikes auf RCDE geht es hier.

Wenige Kilometer nördlich von Sligo, der malerischen Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft im Nordwesten Irlands, befindet sich eine hufeisenförmige Gletscherausschürfung mit dem Namen „Gleniff Horseshoe“. Die Landschaft hier ist absolut sehenswert – unbedingt Kamera mitnehmen!

Wir starten unsere Tour am kleinen Hafen des Dörfchens Mullaghmore und folgen der R279 Richtung Süden. Kurz nachdem wir die Häuser Mullaghmores zurückgelassen haben, macht die R279 einen Knick nach rechts, wir fahren aber geradeaus auf dem kleineren Sträßchen weiter.

Nach etwa 7,5 Kilometern, kurz nach dem Örtchen Ballintrillick, folgen wir dem Rechtsknick und fahren bei der nächsten Gelegenheit wieder links.

Hier beginnt der Rundweg durch den Gleniff Horseshoe, der mit spektakulären Ausblicken typisch Irischer Art aufwartet. Es geht jetzt für einen Kilometer etwas steiler hinauf, bevor sich das Gelände ein wenig zurücklehnt und eine kleine Verschnaufpause für den kurzen Endansteig erlaubt. Ab Kilometer 12,4 beginnt die Abfahrt, die nur kurz von einem sanften Wiederanstieg unterbrochen wird.

FahrradcomputerWir ließen uns vom Wahoo ELEMNT ROAM durch Irland navigieren, einem zuverlässigen Fahrradcomputer, mit dem man auch die versteckteren Routen findet. Hier geht es zum Test bei RCDE.

Die Straße ist teils holprig, also abfederbereit bleiben. Vorsicht ist beim Rennradfahren in Irland auch vor den in manchen Gegenden zahlreich am Straßenrand grasenden Schafen. Nachdem wir den Horseshoe verlassen haben, finden wir uns wieder an der Kreuzung, an der wir zuvor den Knick nach rechts genommen haben und es geht auf der gleichen Strecke wie auf dem Hinweg zurück nach Mullaghmore. Dort bietet sich anschließend eine Abkühlung am nahegelegenen Strand an und der Besuch eines der Hafenrestaurants.

Inselrunde Achill Island

Mittelschwere Rundtour
Länge: 69,5 Kilometer
Höhenmeter: 820

Unsere Tour startet am Parkplatz von Keem Beach im Südwesten der Insel Achill. Hier wartet bereits zu Anfang ein kurzer, aber knackiger Anstieg auf dem Weg in das Dorf Keel auf uns, das wir nach etwa 8 Kilometern erreichen. In Keel fahren wir der Straße folgend nach Norden Richtung Slievemore, der zweithöchsten Erhebung von Achill, weiter.

Kurz bevor wir die Ruinen des verlassenen Dorfes am Fuß des Berges erreichen, biegen wir nach rechts ab und erreichen nach wenigen Kilometern den Ort Dugort. Von hier aus geht es ein kurzes Stück an der Nordküste entlang, bevor wir kurz vor Dooniver wieder nach Süden abstechen und über Bunacurry nach Cashel South fahren. Dort biegen wir von der R319 nach rechts auf ein Sträßchen ab, das uns über die Erhebung Mweelin nach Dooega bringt.

GrillFür die gelegentlichen Grillabende diente uns ein „Skotti“, ein kompakter, portabler und robuster Gasgrill mit vielen ausgeklügelten Details.

Wir verlassen das Dorf Richtung Süden und befinden uns die nächsten 15 Kilometer auf einer wunderschönen Panoramastraße um den südlichen Inselteil. Angekommen in Achill Sound biegen wir an der T-Kreuzung links auf die R319 ab, die uns kurzerhand wieder nach Cashel South führt. Wir folgen dem mittlerweile bekannten Stück nach Bunacurry, wo wir allerdings der R319 nach links abknickend folgen. So kommen wir wieder in Keel an, wo wir die letzten Kilometer zurück nach Westen zum Ausgangspunkt in Angriff nehmen.

Doolin Cycle Hub Loop 2

Mittelschwere Rundtour
Länge: 37,5 Kilometer
Höhenmeter: 430

Wir fahren von Doolin auf der nach Südosten abführenden Straße Richtung Garrihy’s Cross. Dort machen wir eine scharfe Kurve nach rechts und nach 800 Metern biegen wir nach links auf ein längeres Steilstück ab. Zwei Kilometer später haben wir die Erhebung erklommen und wir folgen der Straße noch weitere zweieinhalb Kilometer bergab, bevor wir nach links abbiegen.

An der folgenden T-Kreuzung nehmen wir die Option nach rechts und fahren 3,2 Kilometer über malerische Feld- und Wiesenlandschaften, um dann kurz vor erreichen des Wassers nach links abbiegen. Von hier aus führt uns die Tour durch die Landschaft der Flüsse Dealagh und Inagh. Wir biegen zunächst an der nächsten Möglichkeit nach rechts ab und erreichen so Ennistymon, wo wir abermals nach rechts auf die Lanich Road abbiegen.

Etwa einen Kilometer später bietet sich die Möglichkeit, die Hauptstraße zu verlassen, und nach links abzustechen. Kurze Zeit danach geht es rechts weiter nach Lanich, wo wir Richtung Norden abbiegen und schließich die Mündung des Inagh überqueren. Es geht ein kurzes Stück über die R478 nach Liscannor, wo wir die Abzweigung nach rechts Richtung Cahilly nehmen. Anschließend geht es weiter nach Norden und entlang der Küste zurück zum Ausgangspunkt.

Tipps zum Wohnmobilreisen und Rennradfahren in Irland

Wildcampen ist in Irland grundsätzlich verboten und auch nicht unbedingt notwendig. Am Wild Atlantic Way gibt es eine Fülle idyllisch gelegener Campingplätze (zwei besonders schöne Plätze sind beispielsweise der am Inch Beach oder der in Connemara), teils mit Stellplätzen direkt am Meer, die auch die entsprechende Infrastruktur für Strom, Wasser und Abwasser bieten.

In ländlichen Gebieten wird das rücksichtsvolle freie Stehen mit dem Wohnmobil für eine Nacht in der Regel geduldet. Vermeide dabei Lärm und Lagerfeuer, nimm nichts mit und lass nichts da, vor allem keinen Müll und keine Abwässer. Fahr über Nacht die Markise ein und nimm Tisch und Stühle mit ins Wohnmobil. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du vorher die Erlaubnis der Grundstücksbesitzer einholst.

In Irland herrscht Linksverkehr! Insbesondere beim Abbiegen und in Kreisverkehren kann das zunächst verwirrend sein, ist man Rechtsverkehr gewohnt. Nimm dir ausreichend Zeit, die Situation an Kreuzungen einzuschätzen, denn der Querverkehr kommt in Irland von der anderen Seite, als bei uns üblich. Ebenso gilt trotz allem rechts vor links, wenn es nicht anders geregelt ist und rechts überholen ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern Pflicht, denn auf mehrspurigen Straßen gilt das Linksfahrgebot.

Irlands Straßen sind oft eng und manchmal entbehren sie wegen der hohen Böschungen auch jeder Übersicht und Ausweichmöglichkeit. Fahr entsprechend vorsichtig und rechne damit, dass man dich nicht gleich sieht. Auch wenn die Iren ausgesprochen geduldige und partnerschaftliche Autofahrer sind: Wenn du hinter dir Fahrzeuge hast, die nicht gefahrlos überholen können, lass sie bei nächster Gelegenheit vorbei. Ein freundlicher Dank wird dir sicher sein.

Fotos: Jake Terry
Video: Patrick Catford
Schnitt: Jake Terry

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