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Rennberichte & Analysen

Paris–Roubaix 2017 – Greg van Avermaet gewinnt, André Greipel Siebter

Greg van Avermaet von BMC Racing ist der Sieger der 115. Ausgabe von Paris–Roubaix. André Greipel fuhr als bester Deutscher einen beachtlichen siebten Platz ein.

Der belgische Olympiasieger Greg van Avermaet (BMC Racing) gewinnt erstmals in seiner Karriere Paris–Roubaix und verweist Zdenek Stybar (Quick-Step Floors) und Sebastian Langeveld (Cannondale-Drapac) auf die Plätze. André Greipel (Lotto Soudal) beendet das Rennen nach einem Defekt als Siebter. John Degenkolb (Trek-Segafredo) fährt auf Platz zehn, Tom Boonen (Quick-Step Floors) auf Platz 13, während Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) abgeschlagen auf Platz 38 landet.

Und dabei hatte van Avermaet vor dem Arenberger Wald noch mit einem Defekt zu kämpfen, fiel zurück und musste sich mühsam wieder in die Spitzengruppe zurückkämpfen. Die Verzögerung hielt ihn indes nicht ab, die 257 Kilometer der Hölle des Nordens mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45,204 Stundenkilometern zu absolvieren – neuer Rekord, schneller war noch niemand, seit das Rennen 1896 debutierte.

Greg van Avermaet gewinnt den begehrten Pflasterstein von Paris–Roubaix und beweist seine Topform. Foto: ASO/P. Ballet
Greg van Avermaet gewinnt den begehrten Pflasterstein von Paris–Roubaix und beweist seine Topform. Foto: ASO/P. Ballet

Van Avermaet setzt mit dem Sieg bei der diesjährigen Ausgabe von Paris–Roubaix seinem überaus vielversprechenden Profifrühjahr die Krone auf. Mit einem Sieg bei Gent-Wevelgem im vergangenen März und einem zweiten Platz bei der Flandernrundfahrt setzte er bereits deutliche Zeichen.

12 Sekunden später rollte André Greipel als Siebter, nach einem knapp verlorenen Zielsprint gegen Arnaud Demare völlig ausgelaugt ins Ziel. Eine beachtliche Leistung für den Sprintspezialisten, auch weil er wenige Kilometer vor dem Ziel noch mit einer gebrochenen Speiche zu kämpfen hatte und dadurch Zeit verlor.

Sprintspezialist André Greipel erfuhr einen bachtlichen siebten Platz bei Paris–Roubaix 2017. Foto: ASO/P. Ballet
Sprintspezialist André Greipel erfuhr einen beachtlichen siebten Platz bei Paris–Roubaix 2017. Foto: ASO/P. Ballet

André Greipel (Lotto-Soudal), bestplatzierter Deutscher

„In Roubaix heißt es ’nie aufgeben und weiterfahren’“

„Man muss Glück haben bei Paris–Roubaix. Heute war das der Fall, ich hatte nur einen Defekt und daher bin ich mit dem 7. Platz auf jeden Fall zufrieden. 40 Kilometer vor dem Ziel hatte ich einen Speichenriss und das Rad musste gewechselt werden. Ich bin noch mal zurückgekommen, denn in Roubaix heißt es ’nie aufgeben und weiterfahren’. Es war schön, dass wir mit der mannschaftlichen Geschlossenheit heute gezeigt haben, dass wir noch da sind. Jetzt heißt es für mich erst einmal: nach Hause fahren und Urlaub machen.“

John Degenkolb, der das Rennen 2015 gewann, verpasste den Anschluss an die Spitzengruppe und beendete das Rennen auf dem zehnten Platz. Zeitfahrweltmeister Tony Martin (Katusha Alpecin) fuhr bei seinem Paris–Roubaix-Debut als 76. durchs Ziel, nachdem er zeitweise das Tempo des Rennens bestimmte.

Tom Boonen beendete das letzte Rennen seiner Karriere auf Platz 13 und kritisierte im Nachhinein John Degenkolb: „Ich wurde massiv von John beschattet. Für mich ist er das feigste Rennen seines Lebens gefahren, aber ich habe mich damit abgefunden.„

Weltmeister Peter Sagan war zwar in guter Form, konnte aber wegen zweier Defekte nicht um den Sietg mitfahren. Foto: ASO/P. Ballet
Weltmeister Peter Sagan war zwar in guter Form, konnte aber wegen zweier Defekte nicht um den Sieg mitfahren. Foto: ASO/P. Ballet

Peter Sagan wurde von einer besonderen Pechsträhne verfolgt und erlitt gleich zwei Pannen, die dafür sorgten dass der Weltmeister auf einem enttäuschenden 38. Platz landete.

Ralph Denk (Team Manager, Bora-hansgrohe)

„Zwei Reifenschäden kamen in wahnsinnig ungünstigen Momenten. Da war das Rennen für Peter gelaufen.“

„Eigentlich ist es traurig. Wir haben Peter in eine gute Position gebracht und mit Burghardt und Bodnar hatten wir noch zusätzlich zwei Helfer dabei. Es ist also alles nach Plan gelaufen. Aber dann kamen zwei Reifenschäden in wahnsinnig ungünstigen Momenten. Da war das Rennen für Peter gelaufen. Marcus Burghardt war dann noch um die Top15. Das war ein wahnsinnig starkes Rennen von ihm – aber eigentlich wollten wir hier heute um den Sieg mitfahren. Das Glück war nicht auf unserer Seite.“

Marcus Burghardt (Bora-hansgrohe)

„Wenn Peter so vom Pech verfolgt ist, dann können wir nicht erzwingen, das Rennen zu gewinnen“

„Ich bin zufrieden mit meinem Rennen. Ich konnte das umsetzen, was das Team von mir erwartet hat. Und das war: so lange wie möglich bei Peter zu bleiben und im Notfall noch Tempo zu fahren. Aber wenn Peter dann so vom Pech verfolgt ist, dann können wir nicht erzwingen, das Rennen zu gewinnen. Im Großen und Ganzen denke ich, haben wir uns als Mannschaft am Anfang gut präsentiert. Wir sind gut zusammen gefahren, waren in den richtigen Momenten am richtigen Ort. Aber dann ist das eingetreten, was nicht passieren sollte – Defekt und Stürze. Das beeinflusst das Rennen so sehr, das man nicht mehr um den Sieg mitfahren kann.“

Nils Politt (Team Katusha-Alpecin)

„In den letzten 10 Kilometern bin ich gefühlt siebenmal gestorben“

„Wir sind als Team hier sehr gut aufgetreten und waren immer vorne präsent. Als die Gruppe ging, war Tony mit dabei. Das ging alles super. Dann steht er auf einmal nach dem Pavé am Straßenrand und hat einen Platten – das ist eben Roubaix. Da kann man nichts machen. Dann hat unser sportlicher Leiter Torsten Schmid mir gesagt, dass ich noch gut reinkommen soll. Ich war eigentlich schon richtig tot, habe mich dann noch mal aufgerafft, aber am Carrefour de l’Arbre ging dann die Lücke auf. In den letzten 10 Kilometern bin ich dann gefühlt siebenmal gestorben. Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Ich habe vorher für die Jungs gearbeitet, wir sind immer gut vorne gefahren und das ich am Ende noch ein eigenes gutes Ergebnis  (Anmerkung: 26. Platz) umsetzen konnte, gibt mir Motivation für die Zukunft.“

Paris–Roubaix 2017 – Jasha Sutterlin, Team Movistar. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Jasha Sutterlin, Team Movistar. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Jelle Wallays, Lotto Soudal. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Jelle Wallays, Lotto Soudal. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Maciej Bodnar und Peter Sagan, Bora-hansgrohe. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Maciej Bodnar und Peter Sagan, Bora-hansgrohe. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Tom Boonen, Quick-Step Floors. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Tom Boonen, Quick-Step Floors. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Jasper Stuyven, TFS und Daniel Oss, BMC. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Jasper Stuyven, TFS und Daniel Oss, BMC. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Sieger Greg van Avermaet, BMC, Zweiter Zdenk Stybar, Quick-Step Floors und Dritter Sebastian Langeveld, Cannondale Drapac. Foto: ASO/P. Ballet
Paris–Roubaix 2017 – Sieger Greg van Avermaet, BMC, Zweiter Zdenk Stybar, Quick-Step Floors und Dritter Sebastian Langeveld, Cannondale Drapac. Foto: ASO/P. Ballet

Titelfotos: ASO/P. Ballet

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