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Rennberichte & Analysen

Giro d’Italia 2018 – Simon Yates gewinnt die 9. Etappe

Dumoulin fällt auf den dritten Platz, Froome und Aru verlieren den Anschluss in den Top 10.

Es war eine der Schlüsseletappen des 101. Giro d’Italia und der Träger des Maglia Rosa Simon Yates (Mitchelton-Scott) festigte seine Führung mit einem überzeugenden Etappensieg am Gran Sasso d’Italia. Yates war in einer Gruppe von fünf Fahrern, die sich auf den letzten Kilometern absetzen konnte. Auf den letzten Metern ging er zum Angriff über, um sich den Tagessieg auf einer der entscheidenden Etappen zu sichern. 

Yates war einer von vier Fahrern, die mit Domenico Pozzovivo (Bahrain-Merida) mithalten konnten, als dieser zwei Kilometer vor dem Ziel das Tempo anzog. Mit ihm waren Pinot, Chaves und Richard Carapaz (Movistar), aber Yates war derjenige, der 100 Meter vor dem Ziel den rechten Augenblick abwartete, um zuzuschlagen. Kühl und kontrolliert fuhr er außen an Pinot vorbei, um seinem Team den zweiten Tagessieg in vier Tagen zu holen. Wie auf der sechsten Etappe, war sein Teamkollege Esteban Chaves mit von der Partie und diesmal kam er hinter Thibaut Pinot (FDJ) als Dritter ins Ziel.

SImon Yates (Mitchelton Scott) gewinnt die 9. Etappe des 101. Giro d’Italia. Der Brite baut seine Führung auf 36 Sekunde vor seinen Rivalen aus. (Foto: Sirotti)

„Dieser Sieg geht an die starken Jungs, die heute den ganzen Tag vorne gefahren sind“, sagte Yates im Ziel. „Sie haben zwei harte Tage hinter sich, sind auf sehr langen Etappen immer vorne gefahren. Dieser Sieg gilt ihnen. Von Anfang an dachten wir heute, ob wir es schaffen, die Ausreißer nicht zu weit entkommen zu lassen. Dann könnte es zu einem Etappensieg reichen.“

Das Rennen verlief, wie schon am Tag zuvor,  auf den ersten eher ruhig und verhalten. Mit einer Länge von 225 Kilometern war die heutige Etappe einer der längsten des 101. Giro d’Italia und die Fahrer schonten ihre Kräfte für die Pässe und die Zielankunft am Berg, die am Ende auf sie warteten. Erst auf den letzten Kilometern, als die Fahrer den letzten Anstieg, den Gran Sasso d’Italia, in Angriff nahmen, kam echtes Leben in die Gruppen und das Renngeschehen explodierte regelrecht. Fabio Aru (UAE-Team Emirates) und Chris Froome (Team Sky) konnten mit der Gruppe nicht mithalten, als Giulio Ciccone (Bardiani-CSF) und Domenico Pozzovivo (Bahrain-Merida) zwei Kilometer vor dem Ziel das Tempo anzogen.

Wieder ein Sieg im Doppelpack für Mitchelton-Scott: Esteban Chaves kam hinter Thibaut Pinot (FDJ) als dritter ins Ziel der 9. Etappe. (Foto: Sirotti)

Es dauerte nicht lange und eine große Gruppe setzte sich vom Peloton ab, unter anderem mit Gianluca Brambilla (Trek-Segafredo), Hugh Carthy (EF Education First-Drapac), Tim Wellens (Lotto-Fix All) und Giovanni Visconti (Bahrain-Merida). Der Abstand zwischen den Ausreißern und dem Peloton schwankte zwischen sechs und acht Minuten. Mitchelton-Scott befand sich wieder vorne im Peloton, bestimmten das Tempo und achteten darauf, dass ihr Teamkamerad Simon Yates eine gute Chance hatte, das Maglia Rosa zu behalten.

Nach 178 Kilometern erreichten die Fahrer den ersten Pass der ersten Kategorie – den Calasio. Astana fing an, sich für ihren Teamkapitän Miguel Ángel López einzusetzen und der Abstand zu der Führungsgruppe nahm drastisch ab. Aber erst auf dem letzten Anstieg, dem Gran Sasso d’Italia und 15 Kilometer vor dem Ziel, fingen die Angriffe unter den Fahrern an. Masnada versuchte vergeblich 15 Kilometer vor dem Ziel, sich von der Fluchtgruppe abzusetzen und sein Glück alleine zu suchen. Aber 2,7 Kilometer vor dem Ziel wurde auch der Italiener von der Gruppe mit den namenhaften Favoriten eingeholt. Zwei Kilometer vor dem Ziel machte Jack Haig (Mitchelton-Scott) weiterhin Druck und Chris Froome (Team Sky) konnten nicht länger mithalten. Es hagelte wiederholte Angriffe von Giulio Ciccone (Bardiani-CSF) bis auf den letzten 600 Metern Domenico Pozzovivo (Bahrain-Merida) die Führung übernahm und versuchte, mit einem Angriff nach dem nächsten die Mitstreiter zu zermürben.

1999 kam es zu einem unvergesslichen Sieg auf dem Gran Sasso d’Italia von Pantani – ein Ereignis, das auf der 9. Etappe von den Fans sichtlich zelebriert wurde. (Foto: Sirotti)

Stattdessen hatte der Italiener Pinot, Yates, Chaves und Richard Carapaz (Movistar) auf seinen Fersen und mit der Ziellinie in Reichweite war es kein anderer als der Träger des Maglia Rosa, der mit einer Ruhe und taktischer Überlegenheit die Sache in seine Hände nahm und zum Sieg sprintete. Für Simon Yates war der heutige Sieg sein erster Etappensieg bei einem Giro d’Italia und sein dritter Sieg der Saison.

Mit seinem Sieg hat Simon Yates seine Führung auf 32 Sekunden ausgebaut. Sein Teamkollege Chaves liegt in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz, Titelverteidiger Tom Dumoulin (Team Sunweb) rutschte mit einem Abstand von 38 Sekunden zu Yates auf Rang drei. Am Abend vor dem zweiten Ruhetag befinden sich nur fünf Fahrer weniger als eine Minute Reichweite des begehrten Maglia Rosa. Zwei der Hauptfavoriten, Fabio Aru und Chris Froome, verbüßten einen Zeitverlust von mehr als einer Minute und sind nicht mehr in den Top 10 der Gesamtwertung.

„Für mich war das heute ein sehr, sehr anstrengender Tag“, gab der viermalige Tour de France Sieger zu. „Ich hatte einen harten Start zum Giro. Heute habe ich versucht, so gut es ging, mitzuhalten und morgen den Ruhetag zu nutzen, um die Situation neu zu bewerten.“

Aru hat weitere sieben Sekunden an Froome verloren und liegt mit einem Rückstand von 2:36 auf dem 15. Platz in der Gesamtwertung. „Heute war ein schwieriger Tag. Ich konnte am letzten Anstieg mit den anderen Fahrern nicht mithalten“, sagte er. „Ich fühlte mich nicht gut. Das Ergebnis ist nicht das, was ich mir erhofft habe. Aber so was passiert, das ist ein Teil unseres Sports. Morgen ist ein Ruhetag, danach sind wir bereit, die nächsten zwei Wochen in Angriff zu nehmen. Ich habe vor, meine Leistung auf dem Rad und meine Platzierung zu verbessern.“

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