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Profi-Radsport

Lüttich–Bastogne–Lüttich 2017: Simon Geschke im Interview

Simon Geschke (Team Sunweb) ist einer der wenigen deutschen Fahrer im Starterfeld von Liege–Bastogne–Liege 2017. Im Interview gibt er interessante Einblicke in seine Gedanken vor dem Ardennenklassiker.

Simon Geschke (Team Sunweb) steht im Interview Rede und Antwort zum Thema Lüttich–Bastogne– Lüttich 2017:

Die Ardennen-Woche ist für Dich immer einer der Saison-Höhepunkte. Im letzten Jahr warst Du leider krankheitsbedingt nicht in Top-Form. Wie fühlst Du Dich in diesem Jahr vor der „Mutter alle Klassiker“?

„Lüttich-Bastogne-Lüttich ist ein großes Rennen. Da freue ich mich drauf. Auch weil ich da für unseren Kapitän Warren Barguil ein guter Helfer sein kann. Aber bei den letzten Rennen habe ich mich trotz guter Form im Vorfeld nicht gut gefühlt. Daher habe ich gerade ein Blutbild machen lassen und war nicht mit den Jungs bei der Streckenbesichtigung dabei.“

Foto: Sirotti

Dein Kapitän Warren Barguil hatte im letzten Jahr eine sehr respektable Ardennen-Woche, mit einem neunten Platz beim Flèche Wallonne und als Sechster bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Was hat sich das Team in diesem Jahr vorgenommen?

„Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich ist alles auf Warren ausgerichtet. Gestern beim Flèche Wallonne war er Sechster. Es ist auf jeden Fall zu erkennen, dass er mit zu den Besten gehört. Von daher peilen wir schon mit ihm ein Top-5-Ergebnis an. Er ist einer der Fahrer, die hier auf das Treppchen fahren können. Das wäre natürlich das absolute Traumszenario für uns.“

Foto: Sirotti

In diesem Jahr bist Du einer von voraussichtlich nur einer Handvoll deutscher Fahrer, die diesen härtesten und ältesten aller Klassiker fahren. Worin liegt für Dich die Faszination der Ardennen und speziell von Lüttich-Bastogne-Lüttich?

„Die Faszination liegt darin, dass es eines der ältesten Rennen mit einer sehr langen Tradition ist. Es ist wie Mailand-San Remo. Es hat etwas Magisches, wegen seiner langen Tradition. Diese Rennen haben es mir angetan. Roubaix und Flandern finde ich auch schön, aber die liegen mir als Fahrertyp mit einem Gewicht von 63 kg nicht so. Da kommt mir die Ardennen-Woche schon eher entgegen. Ich habe hier in der Vergangenheit immer gute Rennen gezeigt und deswegen freue ich mich jedes Jahr darauf.“

Foto: Sirotti

Die Faszination von den Ardennen teilen nicht viele deutsche Profis. Woran liegt es Deiner Meinung, dass in diesem Jahr voraussichtlich nur noch drei deutsche Fahrer in Lüttich am Start stehen?

„Wir haben viel mehr deutsche Fahrer, denen die flämischen Klassiker eher liegen, als die Ardennen. Ich kann mich erinnern, als ich Paris-Roubaix geschaut habe, wie viele Deutsche in der ersten Gruppe waren. Von daher ist der Großteil der Fahrer da unterwegs. Es gibt leider nicht so viele Deutsche, die bei Lüttich-Bastogne-Lüttich eine große Rolle spielen könnten. Fabian Wegmann hat letztes Jahr aufgehört und ich glaube, dass uns der Nachwuchs für solche Rennen fehlt.“

Was macht diese Rennen aus?

„Lüttich hat einfach sehr viel mehr Höhenmeter als andere Klassiker. Flandern ist natürlich auch mit Anstiegen gespickt, aber doch eher kürzer. Es ist schon ein anderes Rennen, wo der Sprinter noch mit Explosivität rüber kommt. Aber gerade in Lüttich sind die Anstiege noch einmal steiler, länger und kürzer hintereinander. Von daher ist das wirklich ein Klassiker für reine Bergfahrer und vielleicht noch für starke Allrounder. Das zeigt auch das Ergebnis. Hier kommt nur der gut an, der gut am Berg ist.“

Was ist Dein Eindruck von der Strecke in diesem Jahr?

„Da ich beim Recon ja nicht dabei war, werden mir die Jungs berichten, wie die neuen Anstiege sind. Das Finale ist eigentlich gleich geblieben, bis auf den Kopfsteinpflasterberg, der ist wieder draußen. Im  Mittelteil sind wohl einige neue Anstiege, aber im Großen und Ganzen kenne ich die Strecke sehr gut, weil ich sie jetzt ja schon ein paar Mal gefahren bin. Von daher hoffe ich, dass wir am Sonntag keine großen Überraschungen haben werden. Ich fahre das Rennen also ohne Recon (lacht).“

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