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Reise & Trainingslager

Neun Länder, in denen du Rad fahren solltest

Wohin wird es dich in deinem nächsten Radurlaub verschlagen?

Fahrradfahren im Ausland kann eine der lohnendsten Erfahrungen sein, die du jemals auf zwei Rädern gemacht haben wirst. Sei es eine Fahrt mit dem klapprigen Leihrad beim nächsten Städtetrip, eine Ausfahrt ins Grüne, oder eine mehrtägige Tour von Stadt zu Stadt inklusive des Gepäcks auf dem Rücken.

Und es gibt einige Länder, in denen es einfach Pflicht ist, zu fahren – entweder wegen der wunderschönen Landschaft, der anspruchsvollen Topografie, der Geschichte und des Erbes professionellen Radfahrens oder einfach der Gastfreundschaft der Menschen, die dort leben.

In dieser Liste findest du einige klassische Destinationen, die bestimmt auf vielen To-Do-Listen zu finden sind, einige darunter werden dich aber sicher überraschen. Wir stellen im Folgenden nur eine kleine Auswahl an potentiellen Reiseländern vor.

Italien

Ah, Bella Italia! Gibt es einen anderen Ort mit solch einer romantischen Verbindung zum Radsport? Vom legendären Campionissimo Fausto Coppi, dem „Weltmeister der Weltmeister“ über den so talentierten und letztlich tragischen Marco Pantani bis zum heutigen Zauber des Vincenzo Nibali – Italien ist eine Radsportnation, die wirklich gesegnet ist.

Das beeindruckende Stilfserjoch allein würde jedem Land schon einen festen Platz auf der Radsportkarte sichern, aber wenn man die Fülle an Bergketten, die von den Dolomiten und Alpen im Norden, über die Apenninen der Toskana bis hin zum Ätna auf Sizilien reichen, die unschlagbaren Stärkungsmöglichkeiten nach dem Rennen in Form von kulinarischen Genüssen wie Rotwein, Pizza, Pasta und Eis berücksichtigt und die große Auswahl an Gran-Fondo-Jedermannrennnen und weitere Radsport-Events sieht, so gibt es viele weitere Gründe, in Italien Fahrrad zu fahren.

Haben wir schon die legendäre L’Eroica in Gaiole erwähnt? Das in der Chianti-Region in der Nähe von Florenz und Siena jährlich stattfindende Vintage-Rennen ist das Original (und die meisten werden mir zustimmen: das Beste) der Eroica-Rennen, die nicht nur in Italien, sondern auch in Spanien, England, USA und Japan veranstaltet werden. In unserem Artikel kannst du mehr über die Helden der L’Eroica erfahren.

Belgien

Belgien – die Heimat von Bier, Pommes frites und Kenny Van Vlaminck. Was kann man daran nicht mögen? Ähnlich wie Italien ist Belgien mit einem wunderbar reichen Radsporterbe gesegnet und ist das Kernland der Radsportklassiker. Insbesondere der wirklich schlimmen Klassiker, die im Frühjahr stattfinden und mit Kopfsteinpflaster, Schlamm, Regen und Gegenwind nicht knausern.

Es braucht eine besondere Art von Seltsamkeit, um sich ein belgisches Fahrradrennen im Fernsehen anzusehen und dabei Lust zu bekommen, es den Profis gleich zu tun. Aber genau das ist es, was Menschen tun und das in einer überraschend großen Zahl.

Ein Radurlaub in Belgien garantiert ziemlich sicher jede Menge Schlamm, nasse Fahrradklamotten, aber auf der positiven Seite auch eine gute Chance bei mindestens einem der Klassiker live dabei zu sein oder aber selbst einmal die berüchtigten Hellingen zu fahren. Das muss es wert sein, oder? Und denk daran: Nach dem Rennen warten immer Bier und Pommes frites auf einen.

Vietnam

Vietnam ist nicht das erste Land, das einem beim Thema Radreisen im Ausland in den Sinn kommt, jedoch ist das südostasiatische Land ein herrlicher Ort, um seiner Leidenschaft nachzugehen. Vietnam bietet eine vielseitige Landschaft mit Dschungel, Bergen, Stränden und Reisfeldern und eine herzliche Gastfreundschaft, speziell außerhalb der großen Städte. Wohin auch immer es einen auf der Weg durch Vietnam verschlägt, kann man damit rechnen, warmherzig verpflegt zu werden und bestimmt mehr als einmal über den Grund der Reise befragt zu werden. Wenn manche der Einheimischen verwirrt über die für Europäer scheinbar etwas ungewöhnliche Art zu Reisen reagieren, muss man nicht erstaunt sein.

Der lange Weg vom Norden bis in den Süden (oder auch umgekehrt), auch als Ho-Chi-Minh-Pfad bekannt, ist ein unter Backpackern beliebter Reiseweg – die diesen allerdings meist mit dem Motorrad oder per Bus bewältigen. Wenn man sich dazu entschließt, den kompletten Weg im Sattel zurückzulegen, kann man dafür gut und gerne einen Monat einplanen. Wenn man nicht ganz so viel Zeit zur Verfügung hat, dann kann man auch einige Bustransfers in Anspruch nehmen und sich auf die Haupt-Sehenswürdigkeiten konzentrieren.

Eine weitere gute Sache beim Radfahren in Vietnam ist, dass praktisch jeder weiß, wie man ein Fahrrad repariert. Wenn man mit einer Panne am Straßenrand steht, dann dauert es für gewöhnlich nicht lange, bis ein Amateur-Mechaniker zur Stelle ist, um seine Hilfe anzubieten und man die Fahrt wieder fortsetzen kann.

Spanien

Die letzten Ausgaben der Vuelta a Espana haben gezeigt, was das Land Radfahrern zu bieten hat: zermürbende und grausame Berge.

Neben dem fantastischen Gelände hat Spanien hat auch ein Übermaß an Gastfreundschaft – angefangen bei freundlichen und preiswerten Pensionen, über hervorragende Campingplätze an der Küste, bis hin zu erschreckend günstigen Lebensmitteln und Wein. Es ist eines der gastfreundlichsten Länder in Europa.

Und was gibt es besseres als ein eiskaltes Glas Cerveza und einen dampfenden Teller Patatas Bravas nach einer langen Fahrt?

Indonesien

Wie viele Leute können schon von sich behaupten, mit dem Rennrad schon einmal bis an den Gipfel eines Vulkans gefahren zu sein? Wohl nicht allzu viele. Auf Bali, der tropischen Insel in Indonesien, ist genau das möglich. Bali ist das bei Touristen mit Abstand beliebteste Reiseziel in Indonesien und verfügt aus diesem Grund über weitgehend gut ausgebaute Straßen, relativ günstige Flugpreise und mehr Übernachtungsmöglichkeiten als der Rest des Landes, sowie viele der zuvor genannten Vulkane.

Der Gipfel des Gunung Agung, Balis höchster Berg, ist mit dem Fahrrad (und sogar mit dem Auto) nicht erreichbar. Sein kleiner Bruder Gunung Batur bietet mit einer Höhe von 1.717 Metern jedoch die Gelegenheit ordentlich Höhenmeter mitzunehmen. Es gibt einige Wege, um zum Gipfel zu kommen, der übliche führt aus südlicher Richtung hinauf zum höchsten Punkt. An der Spitze bietet sich ein atemberaubender Blick auf den Vulkankrater, an dessen Stelle sich jetzt ein gigantischer See befindet und nicht zu vergessen, die Aussicht auf die wohlverdiente Abfahrt.

Noch ist Bali unter Radreisenden eine Art von Geheimtipp, aber wer weiß, vielleicht sieht dies in ein paar Jahren anders aus, und die Insel wird von den benachbarten Australiern heimgesucht, die dann in Trainingslagern vor Beginn der Saison Kilometer sammeln werden.

Ein Hinweis zu Bali für die Fans von engen Haarnadelkurven und teuflischen Abfahrten: Die Straßen die von Süden her bis zum Gipfel des Gunung Batur führen, sind alle ziemlich gerade und stellen technisch keine wirkliche Herausforderung dar. Um die persönliche Motivation doch etwas zu steigern, kann man sich ja passenderweise vorstellen, von einem Schwall glühend heißer geschmolzener Lava verfolgt zu werden.

Island

Island mit dem Fahrrad zu durchqueren, ist eine aufreibende, zermürbende aber letzten Endes sehr lohnende Erfahrung für jeden Radfahrer, der auf der Suche nach einer einzigartigen Herausforderung ist.

Je weiter man sich von der Küste ins isländische Landesinnere bewegt, umso mehr kommt der Gedanke auf, sich geradewegs in die Unterwelt aufzumachen, so kahl, unwirtlich und leblos die Landschaft der weltweit größten Vulkaninsel ist. Aber das macht eben auch den Reiz von Island aus.

Eine schroffe, felsige und bergige Insel, die aufgrund von Vulkanausbrüchen entstand und seitdem den Elementen im nördlichen Atlantik gelegen trotzen muss. Dementsprechend sollte man bei einer Radreise durch Island auch auf etwas robusteres Material, wie etwa ein Cyclocross oder sogar ein Tourenbike setzen, und den neuen Carbonrenner besser zuhause lassen.

Frankreich

Dass Frankreich nicht in unserer Liste fehlen durfte, war zu erwarten. Frankreich ist das Heimatland des weltweit größten und berühmtesten Radrennens. Aus diesem Grunde konnten wir einfach nicht darauf verzichten. Ob du nun schon immer mal den Mont Ventoux erobern, dich am Col de Galibier herumtreiben wolltest oder davon geträumt hast, den Alpe d’Huez zu fahren, jeder von uns hat wohl eine französische Traumstrecke, die noch gefahren werden muss.

Neben dem starken nationalen Interesse am Radsport gibt es in Frankreich auch einen etablierten Fahrradtourismus. Das bedeutet, dass viele verschiedene Regionen und Resorts, die alle über die notwendige Infrastruktur verfügen, um die Aufmerksamkeit der Fahrer konkurrieren. Und hier sprechen wir nicht nur von jenen Orten, die bereits Teil der Tour de France waren, sondern auch von weniger bekannten Zielen in einem Land, das eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften für Radfahrer zu bietet hat. Im Gegensatz zu Zielen, die nur per Flugzeug erreichbar sind, bietet ein Radurlaub in Frankreich auch den Vorteil, dass man per Auto oder Zug anreisen und sich dadurch für Kosten für einen Radkoffer sparen kann.

Und der Verlockung, die gleichen Strecken zu fahren, wie die Tour-de-France-Legenden Merckx, Coppi und Anquetil, können wohl nur die wenigsten Rennradfans widerstehen.

Bolivien

Bolivien schaffte es aufgrund einer Reihe sehr guter Gründe auf unsere Liste – der Erste ist, dass es eine der bemerkenswertesten Landschaften der Welt beheimatet, angefangen mit dem Salar de Uyuni, dem mit mehr als 10.000 Quadrat­kilometern größten Salzsee der Welt, über die rote Laguna Colorada und den Palca-Canyon mit seinen rotbraunen, senkrechten Felsformationen, bis hin zum dicht bewachsenen Amazonas-Dschungel. Ein Großteil dieser Landschaft ist erstaunlicherweise mit dem Fahrrad zugänglich – wir haben sogar von Leuten gehört, die auf Fahrrädern über den Salar de Uyuni und durch den Amazonas gefahren sind.

Der zweite Grund ist, dass die Lage Boliviens in der Mitte des Kontinents das Land zu einem derjenigen macht, welche häufig von Radfahrern auf Langstreckenexpeditionen durchquert werden, die entweder in nördlicher oder südlicher Richtung auf der legendären Panamericana unterwegs sind.

Eine kleine Warnung: So ziemlich ganz Bolivien befindet sich auf einer Höhe von 2.700 bis etwa 4.600 Meter über dem Meeresspiegel. Angesichts dessen sollte, wer es schafft einen Radurlaub in Bolivien zu machen, sich nach der Ankunft besser erst ein paar Tage akklimatisieren, bevor der erste Anden-Aufstieg ansteht.

Haben wir schon erwähnt, dass Bolivien wirklich günstig ist? Unglaublich günstig sogar. Für einen Teller Essen und ein Bier ist für gewöhnlich nicht mal ein Euro fällig.

Großbritannien

Großbritannien? Das Vereinigte Königreich ist abgesehen von der Wetterproblematik eines der besten Länder der Welt, um Rad zu fahren. Über das ganze Land verteilt liegen, innerhalb einer Erreichbarkeit von wenigen Stunden, Strecken, die abwechslungsreiches und anspruchsvolles Fahren erlauben.

Von den Grafschaften Devon und Cornwall mit ihrem für England so untypischen milden und relativ sonnigen Klima, über die rauen Gipfel der schottischen Highlands, bis hin zur eindrucksvollen Berg- und Seenlandschaft des Lake Districts. Wenn es eine Sache gibt, über die man sich in England nicht beklagen kann, dann dürfte das ein Mangel an Hügeln zum Radfahren sein. Ganz zu schweigen von Wales, Nordirland und dem Südosten die ebenfalls alle schöne Radrouten haben.

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