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Schuhe

Giro Empire SLX – der Fußschmeichler

Er wirkt minimalistisch und ziemlich retro. In Wirklichkeit ist der Giro Empire SLX aber ein 1A-Fußschmeichler zu einem hohen Preis...

Man muss keinen zweiten Blick auf den Giro Empire SLX wagen ohne bereits an “Retrodesign” zu denken. Nach ein paar Minuten auf dem Rad fielen uns ein paar ganz andere Begriffe zu diesem Schuh ein…

Eines vorweg, der Empire SLX ist keineswegs ein neuer Schuh im Sortiment der Amerikaner. Der Giro Empire ACC erblickte bereits 2013 das Licht der kalifornischen Sonne und schockierte mit seinem Preis. Roundabout 300 Euro für einen Schuh ohne Boa-Verschluss mit Kevlar-Seilen, verstellbarer Fersenkappe und ausgeklügeltem Dämpfungskonzept – Frechheit!

Die Entwicklungs- und Marketingabteilungen von Sidi, Scott, Specialized und Co. erfinden permanent neue Begriffe, Applikationen und Techniken um ihre Schuhe zu High-Tech-Produkten zu machen und ein saftiges Preisschild drauf zu kleben.
Giro bringt einen unfassbar minimalistisch wirkenden Lederschuh mit Carbonsohle zu einem heftigen Preis, umringt diesen mit weiteren sehr Retro wirkenden Modellen wie Republic und Republic LX (2015) und glaubt damit Erfolg zu haben.

Wir können diesen Punkt an dieser Stelle abkürzen: Giro hat damit Erfolg, denn den Entwicklern des Empire und Empire SLX ging es nicht um Technik…

Retro war wohl eher Zufall

Beim neuen Giro SLX hat man noch einmal am Gewicht geschraubt. Wir haben nachgewogen und kamen mit eingelegter Sohle auf sensationelle 365 Gramm – für ein Paar! Mancher Top-Schuh bringt es schon als Single auf das Gewicht.

Um zu erfahren was nun wirklich hinter dem Empire SLX steckt, muss man ihn anziehen und schnüren. Das wirkt Ende 2014 schon ein wenig merkwürdig. Ein Rennschuh für Pros und ambitionierte Fahrer der Schnürsenkel besitzt. Da muss man drüber weg, also anziehen. Am besten schnürt man die dünnen Schnürsenkel jeweils zur Straßenseite und knotet sie doppelt. Vor allem am rechten Fuß ist das wegen der Kette sehr wichtig. Was sofort auffällt, ist die unglaubliche Passform. Das dürfte sich auch bei etwas breiteren Leisten als den meinen nicht wesentlich ändern, da sich das superweiche Oberschuhmaterial ganz offensichtlich bei Wärmeeinwirkung an den Fuß anpasst.

Nach einigen Minuten sitzt der Schuh noch besser am Fuß als anfänglich und ist beim Heben durch sein extrem geringes Gewicht kaum noch spürbar. Waren wir vorab noch sehr skeptisch, ob eine Schnürung auf dem Rad tatächlich innovativ sein kann, müssen wir nun feststellen, dass die sieben Schnürlöcher spürbar für eine bessere Druckverteilung am Oberfuß sorgen als das ein Boa- oder Klettsystem kann.

Zubehör

Um den Schuh noch besser an das individuelle Fußgewölbe anpassen zu können, liegen dem Giro Empire SLX zwei weitere Innensohlen und zwei Paar unterschiedlicher Einlagen bei. Des Weiteren lässt sich die wunderbar zum Laufen geeignete und sehr weiche Fersensohle austauschen. Dafür müssen nur zwei versenkte Titanschrauben mit einem Inbusschlüssel gelöst werden.

Außerdem finden sich im Schuhkarton noch sechs schwarze Schrauben für die Cleatmontage. Kompatibel ist der SLX zu allen gängigen Pedalsystemen am Rennrad.

Dem Schuh liegen ein paar Zweitsohlen und 2 Paar Einleger bei um den Empire SLX an jede Fußform anpassen zu können.

Der Test des Giro Empire SLX

Wir haben den Empire SLX eine Stunde auf einem Spinningbike getestet und so auch in Sachen Temperatur Erfahrungen machen können. Bei Tests Ende Oktober ist das auf der Straße naturgemäß nicht so einfach.

Das Resultat war verblüffend: der Schuh drückt auch nach längerer Zeit an keiner Stelle, fociert trotz fehlender Mesheinsätze nicht das Schwitzen und bietet eine sehr gute Härte durch die HM-Carbonsohle von Easton. Die sehr gute Belüftung ist dem Obermaterial Teijin Evofiber SL geschuldet. Dieses kunstlederartige Material atmet auch ohne Mesheinsätze und lässt genug Luft an den Fuß.

Aufgrund seines supergeringen Gewichts spürt man den Schuh schon nach kurzer Zeit kaum noch. Das Fußbett und auch das Obermaterial passen sich in wenigen Minuten an den Fuß an. Wunder der Technik, mit einem Lederschuh funktioniert das nicht so gut.

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