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Profi-Radsport

Interview: Kittel unter Druck nach dem zweiten Etappensieg

Sportdirektor Guiberteau über den Druck auf sein Team und neue Erfahrungen

Der bereits zweite Sprintsieg auf der 3. Etappe von Marcel Kittel versetzt das Team Giant-Shimano unter mächtigen Druck bevor die Tour England wieder Richtung Frankreich verlässt.

Das Drehbuch für die Traumstory von Kittel & Co. hätte man wohl nicht viel besser schreiben können. Sieg auf der ersten Etappe in Yorkshire, einen Tag in Gelb und den erneuten Sieg auf Etappe 3 in London.

Christian Guierteau vom Giant-Shimano-Team glaubt an den gut funktionierenden Sprint-Zug seines Teams.

Ein gut geölter Sprint-Zug und der aktuell wohl schnellste Sprinter im Peloton haben Giant-Shimano einen fast perfekten Start in die Tour de France beschert.

Sportdirektor Christian Guiberteau sagt, das Team wachse gerade unter dem Druck den es selbst erzeugt hat.

“Unglaublich” fand er auch den erneuten Sieg in London, bei dem Kittel und sein Zug wiederum die Nase vorn hatten.

“Das wir nun zwei Etappensiege auf dem Konto haben, ist absolut fantastisch. Unser Ziel war einen Sieg mit einem Fahrer unseres Teams zu erringen und jetzt haben wir schon zwei!”

Letztes Jahr war Marcel Kittel noch eine Überraschung. Alle fragten wer er ist. Heute ist der Druck größer.

“Zum Ende der letztjährigen Tour fuhr unser Team mit vier Etappensiegen nach Hause.  Heute haben wir viel mehr Erfolgsdruck. Aber das ist ok, denn wir haben durch die Siege mehr Erfahrung hinzugewonnen und können diesen positiven Druck besser kanalisieren.”

Marcel Kittels Sprinterzug

Mit gleich zwei nahezu ebenbürtigen Sprintern, Marcel Kittel und John Degenkolb, kann das Team Giant-Shimano im Sprinterfeld spielen. Bisher klappt das ganz hervorragend.

Mit Roy Curvers als Kapitän des Teams jenseits der Sprints, Dries Devenyns und dem Ausbrecher-Killer Cheng Ji hat das Team zwei Fahrer die das Geschehen während der Etappen mitgestalten können.

Kittels Sprintzug hat sich in den letzten Monaten zu einer extrem gefährlichen Waffe für die anderen Teams entwickelt. John Degenkolb, Koen de Kort und Tom Veelers bringen in dieser Reihenfolge Kittel in die Premium-Position an der Spitze des Feldes, Kittel macht den Sack dann zu.

Marcel Kittel in Gelb vor dem Start der zweiten Etappe.

Guiberteau ist überzeugt davon das der Sieg in London nur das Resultat der gewachsenen Erfahrung im Team ist und man nun die Ernte dafür einfahren darf.

“Natürlich ist Marcel in hervorragender Verfassung, das gilt aber auch für das Team hinter ihm und im Sprintzug. Das Team ist nun ein wenig reifer als im letzten Jahr und wächst weiter zusammen. Es ist schön das zu sehen.

Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, wenn es zu Sprints kommt – aber wir verfügen inzwischen über jede Menge Erfahrung um das zu handlen oder auf Veränderungen zu reagieren. Ansonsten warten wir einfach auf eine bessere Gelegenheit.

Heute war es zum Beispiel am sichersten mit Kittel die Führung zu übernehmen, damit wir vor der letzten Kurve vorne liegen.

Wir setzen jetzt nur in der Praxis um was wir vorher gelernt haben.”

Heute war es zum Beispiel am sichersten mit Kittel die Führung zu übernehmen, damit wir vor der letzten Kurve vorne liegen.

Die zwei Sprintsiege bedeuten für Marcel Kittel den zweiten Platz bei der Jagd auf das Grüne Trikot, der zur Zeit mit 27 Punkten führt.

Während Sagan bei den Zwischensprints punkten konnte und sich immer wieder abrackerte, hielt sich Kittel aus diesen Sprints heraus und nahm die Punkte bei den Zielsprints mit. Guiberteau bestreitet jedoch das Grüne Trikot als Ziel ausgegeben zu haben.

Das Team soll weiter an Etappensiegen arbeiten und so wie es derzeit aussieht, ist eine dritter Etappensieg auf der vierten Etappe in Lille gut möglich.

Marcel Kittel feiert seinen Sieg bei der zweiten Etappe der Tour in Harrogate. (Foto: Alex Whitehead/SWpix.com)

Mit zwei nahezu gleich guten Sprintzügen, sagt Guiberteau, nehmen wir jeden Etappe wie sie kommt und reagieren entsprechend auf die jeweilige Situation.

“Sagan ist sehr auf das Grüne Trikot fixiert und das kann er auch, er kann recht gut klettern. Das ist ein Vorteil.”, so Guiberteau. “Wir kümmern uns nicht um Grün, aber wir schauen uns jede Etappe genau an und schauen mal welche  Möglichkeiten es für das Team gibt.

Auf Etappe vier gibt es sicher wieder Möglichkeiten für einen Sieg. Allerdings könne sich die Bedingungen mit dem Wetter sehr schnell ändern und wir entscheiden erst am Vortag der Etappe, wie wir die kommende Etappe angehen.”

 

 

 

 

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