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FEEL THE PAIN: Race Around Austria

72 Stunden. Kein Schlaf. Keine Gnade.

Das Race Around Austria ist kein gewöhnliches Radrennen. Es ist eine Grenzerfahrung. Eine Prüfung, die weit über Wattzahlen, Taktik und Material hinausgeht. Wer hier an den Start geht, fährt nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern vor allem gegen sich selbst.

In der Dokumentation über den jungen Radfahrer Nico Kiesel wird genau das spürbar. Seine Reise rund um Österreich ist kein klassisches Rennporträt. Es ist ein intensiver Blick in die Abgründe und Höhen menschlicher Leistungsfähigkeit, dort, wo der Körper längst kapitulieren will, der Kopf aber noch nicht bereit ist aufzugeben.

2.200 Kilometer Ausnahmezustand

Das Race Around Austria führt über rund 2.200 Kilometer und mehrere zehntausend Höhenmeter entlang der österreichischen Grenze. Für Solo-Fahrer bedeutet das: bis zu 72 Stunden nahezu ohne Schlaf, ohne echte Pause, ohne Reset.

Drei Tage, in denen jede Entscheidung zählt. Wann esse ich? Wann halte ich an? Fahre ich weiter, obwohl mir die Augen zufallen? Oder riskiere ich wertvolle Zeit für ein paar Minuten Schlaf? Für Nico Kiesel wird schnell klar: Es gibt keinen perfekten Plan. Nur das permanente Improvisieren am Limit.

Wenn der Körper streikt

Schon nach den ersten 24 Stunden beginnt der Körper, sich zu wehren. Die Muskulatur verhärtet, der Rücken schmerzt, die Hände werden taub. Doch das ist erst der Anfang. Die eigentliche Herausforderung beginnt, wenn der Schlafmangel einsetzt.

Sekundenschlaf auf dem Rad. Halluzinationen. Orientierungslosigkeit.
Momente, in denen die Realität verschwimmt. Die Dokumentation zeigt diese Phasen ungeschönt. Nico spricht von Bildern am Straßenrand, die nicht existieren. Von Gesprächen, die er nie geführt hat. Von einem Körper, der Signale sendet: Stopp. Es reicht. Und doch fährt er weiter.

Race Around Austria

Der Kopf entscheidet

„Wie fühlt es sich an, wenn der Körper aufgibt, aber der Kopf weitermachen muss?“ Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.
Die Antwort ist unbequem: Es fühlt sich falsch an. Und genau darin liegt die Herausforderung.

Ultra-Rennen wie das Race Around Austria sind kein Kampf der Beine, sie sind ein mentales Spiel. Wer hier bestehen will, muss lernen, Schmerzen auszuhalten, Zweifel zu ignorieren und Entscheidungen unter extremem Stress zu treffen. Nico Kiesel zeigt, dass es nicht darum geht, keine Schwäche zu haben. Sondern darum, trotz Schwäche weiterzumachen.

Keine Gnade, auch nicht mit sich selbst

Es gibt im Race Around Austria keine neutralen Zonen. Kein geschütztes Feld. Kein Team, das einen durchzieht. Jeder Fahrer ist auf sich gestellt – auch wenn im Hintergrund ein Support-Team organisiert, motiviert und versorgt. Am Ende zählt nur eines: Vorwärtskommen. Kilometer für Kilometer. Stunde für Stunde.

Mehr als ein Rennen

Die Dokumentation macht deutlich: Das Race Around Austria ist mehr als ein sportlicher Wettkampf. Es ist ein Experiment. Eine Reise in die eigenen Grenzen, und darüber hinaus.

Nico Kiesels Fahrt rund um Österreich ist kein perfektes Rennen. Es ist ein ehrliches. Eines voller Zweifel, Schmerz und kleiner Siege. Und genau das macht es so faszinierend. Denn am Ende bleibt nicht die Frage nach der Platzierung. Sondern die Erkenntnis, wie weit ein Mensch gehen kann, wenn Aufgeben keine Option ist.

ENJOY

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