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Tests

Canyon Ultimate CF SL 9.0 SL im Test

Leicht, steif, schnell und komfortabel zum Kampfpreis

Das Canyon Ultimate CF SL 9.0 SL bietet viel für wenig Geld: geringes Gewicht, Steifigkeit trotz sehr guter Dämpfungseigenschaften, gute Beschleunigung und exaktes Handling. Obendrauf gibts einen sehr modern designten Carbon-Rahmen mit integrierten Zügen.

Im letzten Jahr testeten wir Canyons Topmodell Ultimate CF SLX, welches auch bei den beiden von Canyon gesponserten WorldTour Teams Katusha und Movistar gefahren wird. Das Flaggschiff von Canyon konnte uns voll überzeugen und beeindruckte in vielerlei Hinsicht. Unsere Leser in England sahen das genauso und wählten das SLX zu RoadCyclingUK’s Rennrad des Jahres 2013. Das CF SL liegt mit seinen 1.199 Euro für das Carbon-Rahmenset preislich deutlich unter dem CF SLX (1999 Euro) und wurde auf der Eurobike 2013 erstmals vorgestellt. Als Komplettrad bietet es somit gegenüber den Profi-Versionen des SLX zu 5.999 Euro eine bezahlbare und sehr gut ausgestattete Alternative im Preissegment zwischen 1599 und 2799 Euro.

Wir fuhren das Canyon Ultimate CF SL 9.0 SL in unserem Trainingscamp in Andalusien, Spanien.

Ausstattungsvarianten des Canyon Ultimate CF SL

Die 1199 Euro für das Rahmenset beinhalten neben der Carbongabel und dem Headset auch einen Vorbau und die Sattelstütze. Komplett ausgestattet gibt es Canyons Jedermann-Geschoss in 7 Ausstattungs- und 5 Farbvarianten. Je nach Ausstattung stehen bis zu zwei Lackierungen zur Verfügung. Bei der Gruppenauswahl hat Canyon sein Flaggschiff SLX relativ klar vom SL abgegrenzt: Top-Gruppen wie Shimano Dura Ace, Campagnolo Super Record und SRAM Red werden nur am SLX angeboten, gleiches gilt für die elektronischen Varianten Di2 und EPS. Shimanos Ultegra der Serie 6800 gibt es hingegen für SLX und auch SL. Ansonsten bleibt’s im Fall des SL bei den preislich sehr attraktiven  Mittelklassegruppen Shimano 105 / Ultegra, Campagnolo Athena / Chorus und SRAM Force 22. Unser Testrad ist mit der SRAM Force ausgestattet und liegt mit 2.599 Euro nur 200 Euro unter den beiden Top-Modellen 9.0 Aero mit Cosmic Carbon Laufrädern / Ultegra und dem 9.0 Team mit Campagnolos Chorus-Gruppe und Eurus-Laufrädern in Movistar-Lackierung.

Der Rahmen

Auf den ersten Blick ist das CF SL 9.0 Rahmenset identisch zum SLX, sieht man einmal von der Lackierung und den Decals ab. Das liegt daran, dass beide Rahmen in der gleichen Laminierform entstehen. Der feine Unterschied liegt bei den verarbeiteten Carbonmatten, deren Komplexität und Gewicht. Canyon erreicht damit beim SLX ein extrem geringes Rahmengewicht von nur 790 Gramm nach eigener Angabe. XXXXXXXXXXXDas Gewicht dürfte für die kleinste Größe gelten Rahmen unter der 1-Kilo-Marke gehören nach wie vor zu den sehr leichten ihrer Gattung. Kein Problem auf einer solchen Basis ein Rad zu bauen, das die 6.8 Kilogramm-Marke der UCI tunnelt. Da die Rahmengeometrie und auch die Rohrdurchmesser exakt mit denen des bereits Das recht schlanke und sich zur Sattelstütze hin verjüngende Sitzrohr (Canyon nennt seine Seattube “Maximus”) sorgt über dem PressFit-Tretlager noch recht kantig für satte Steifigkeitswerte, verändert seine Form dann ins Ovale und verjüngt sich in Richtung Sattel. Diese aufwändige Verarbeitung sorgt laut Canyon für ein Maximum an Steifigkeit, da wo es darauf ankommt, und für viel Komfort, wo er dringend gewünscht ist.

Gut zu erkennen: das massive Tretlager mit dem sich verjüngenden und die Form wechselnden Sitzrohr Maximus

Beim verbauten Steuerrohr setzt Canyon auf das allseits beliebte 1-1/4″ zu 1-1/2”-System in Verbindung mit einer, nachgewogen, nur 310g leichten Carbongabel an SL und auch SLX. Das Ausfallende besteht aus einer zweiteiligen Konstruktion mit dreifacher Verschraubung aus Aluminium, die für eine stabile Verbindung des Schaltwerks sorgt. Beide Dropouts sind mit einer einlaminierten Alu-Hülse versehen.

Testfahrt

Bereits im letzten jahr konnten wir das Ultimate CF SLX bei der L’Etape du Tour ausgiebig testen und waren gleichermaßen begeistert von dem sehr ausgewogenen Verhältnis aus sehr geringem Gewicht und hoher Steifigkeit. Das Ultimate CF haben wir in diesem jahr mit in unser Trainingslager nach Andalusien genommen, um es ausgiebig und mit dem SLX im Kopf zu testen. Auch das CF SL sticht aus der Masse heraus sobald es aufwärts geht. Es gibt viele leichte Räder auf dem Markt und das System-Gewicht ist ein sehr wichtiges Kriterium in den Bergen. Wenig gewicht ist aber eben nur ein Teil der Miete, denn zu weiche Tretlager machen einen Teil der eingebrachten Energie wieder zunichte. Das CF SL kann sowohl mit geringem Gewicht als auch mit einem sehr steifen Tretlager aufwarten. Canyons Ultimate CF SL gehört zu den Rädern, die sich mit wenigen Kurbelumdrehungen sehr effizient beschleunigen lassen und geradezu dazu einladen im Wiegetritt die Berge hinaufzustürmen. Keine Spur von gequältem Schuften um das Rad den Berg hinaufzuziehen.

Der Rahmen des Ultoimate CF SL trägt das UCI-proven Logo

In der Standardausstattung des CF SL 9.0 eine 50-34er Compactkurbel und eine 11-28er Kassette verbaut. Auf Wunsch liefert Canyon aber auch eine Standardkombi aus 53/39 mit 11-25 oder 11-26. Für unsere Ausflüge in die Bergwelt Andalusiens haben wir die 53er Standardkurbel mit der 28er Kassette kombiniert. Das sollte hoffentlich reichen um den für die heutige Testfahrt ausgewählten 32 Kilometer langen Anstieg mit einigen Kilometern oberhalb 11% Steigung zu bewältigen. Das geringe Gewicht und die hohen Steifigkeitswerte des Canyon Ultimate 9.0 CF SL sollten weniger sportliches Engagement im Anstieg bedeuten als gewohnt, schließlich ist es dort in seinem Element.

Die großen Straßen im Süden Spaniens sind gut geteert und toll zu fahren. Dummerweise ist das auf einer Testfahrt nicht gerade der perfekte Untergrund um einen Rahmen auch auf seine Komfortwerte zu überprüfen. Immerhin gibt es aber auf den kleineren Straßen einiges an Schlaglöchern und Teerflicken zu besichtigen. Wie schon beim CF SLX fällt uns nun auch beim CF SL die gute Dämpfung des Rahmens auf. Für eine reinrassige Wettkampfmaschine ist das eine hervorragende Eigenschaft, denn immerhin spielt hier vor allem der Vortrieb die Hauptrolle. Während der Hinterbau den Hauptjob übernimmt und grobe Löcher und Risse im Asphalt filtert, glättet Canyons selbst entwickelte VCLS-Sattelstütze weitere Unebenheiten aus dem Bodenfeedback. Das Besondere an  VCLS sind die in das Carbon-Layup eingearbeiteten Basaltfasern. Diese auch als Endlosbasaltfaser bekannte Faser ist ähnlich der Glasfaser verwebbar und in Kombination mit Carbon deutlich elastischer als eine reine Carbonfasermatte. Bisher  haben wir auf Englands Straßen noch keine derartig erfolgreiche Kombination aus Komfort und Steifigkeit fahren können. Canyon scheint die perfekte Balance gefunden zu haben um schnelles und trotzdem komfortables Fahren anbieten zu können.

Die medium-aggressive Geometrie des CF SL basiert auf den Vorlieben des kolumbianischen Bergfex Nairo Quintano. Unser Testrad der Größe M (7 Größen zwischen XS und XXXL sind verfügbar) hat ein 549mm Oberrohr, 150mm Steuerrohr, 73.25 / 73.5 Grad Steuerrohr- und Sitzrohr-Winkel, 410mm Kettenstrebenlänge und einen Radstand von 980mm. Diese Maße erlauben schnelles Fahren mit exaktem Einklenkverhalten in engen Kehren, ohne dabei aber nervös oder flatterhaft zu wirken. Auf schnellen Abfahrten hält es akkurat die Spur und  lenkt ein wenig direkter ein als das gleichzeitig getestete Cannondale SuperSix EVO. Das mus kein Vorteil sein, jeder Fahrer hat eigene Vorlieben und wir bewegen uns bei diesem Test auf sehr hohem Niveau zwischen zwei hervorragenden Wettkampfrädern. Sollte Dir die gestreckte Renngeometrie zu unentspannt sein, musst Du Dich bei Canyon wohl etwa sgedulden. Momentan haben die Koblenzer kein vergleichbares Rad mit aufrechterer Position im Portfolio.

Die Komponenten des Canyon Ultimate  9.0 CF SLX

Unsere 2.599 Euro teure Rennmaschine ist mit der SRAM Force 22 Gruppe, Mavic Ksyrium SLS Laufrädern auf Mavics Yksion Pro Reifen, Ritchey Lenker und Vorbau, sowie einem Fizik Antares Sattel ausgestattet. Angesichts dieser Ausstattung gibt es am Preis-Leistungsverhältnis nichts zu meckern. Wenn es etwas günstiger sein soll, gibts es noch Varianten mit Shimano Ultegra und 105 oder auch Campagnolo Athena die zwischen 2.199 und 1.599 Euro liegen. Das alles wohlgemerkt bei einem Preis für das Rahmenset von 1.199 Euro. Zu diesem Preis dürfte Canyons 9.0 CF SL der leichteste Rahmen am Markt sein und ermöglicht es so extrem günstig ein Rad mit hervorragenden Eigenschaften aufzubauen.

Die SRAM Force 22 ist eine Top-Gruppe zu einem gutem Preis

Das von uns ausgewählte 9.0 SL ist das leichteste der 7 Varianten und verdankt diesen Status den Komponenten aus SRAM Force 22 Gruppe und Mavic Ksyrium SLS WTS Laufrädern. SRAMs neue Gruppe ist leicht und schaltet sich direkt und komfortabel.  Ohne großen Kraftaufwand wechseln Schaltwerk und Umwerfer Ritzel und Kettenblatt, wobei vor allem der Umwerfer dank seiner ausgefuchsten Geometrie auch mit extremen Kombinationen gut zurechtkommt ohne zu schleifen. Das funktioniert natürlich nur bei perfekter Einstellung, was auch ein wenig Fummelei bedeutetn kann. In der Regel sind die Räder des Direktversenders perfekt justiert und mit wenigen Handgriffen aus dem karton befreit und fahrfertig.

Wir haben die Force 22 und auch die Red 22 von SRAM nun einige Wochen getestet und konnten in der Funktion keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen feststellen. Mavic Ksyrium SLS Alu-Laufräder sind mit 1.395 Gramm sehr leicht und steuern ihren Teil zu dem geringen Endgewicht und auch dem guten Beschleunigungsverhalten des Rads bei. Sicher gibt es inzwischen Laufräder mit einer besseren Aerodynamik und die Felge ist nach modernen Standards eher zu schmal. Aber, und das  ist entscheidend, sie sind Teil eines schlüssigen Gesamtkonzepts als leichtes Rennrad für die Berge. Das von Mavic angepriesene Laufrad-Reifen-System mit Yksion Reifen wäre nicht unsere erste Wahl gewesen, auch wenn die 23mm-Pneus gut abrollen und bei Nässe gute Haftung bieten. Wir empfehlen einen ausgewogeneren 25mm Reifen.

 

Mavic’s wheels come as a wheel-tyre system and so these hoops are paired with the French firm’s Yksion Pro tyres. They wouldn’t be our first choice, as while they’re fast-rolling and grippy in the dry, we’ve been less impressed by grip in the wet over the course of a number of tests, and they’re narrow – certainly narrower than the stated 23mm. While we’re on the subject of tyre width, the CF SL can, according to Canyon’s UK boss, who rode the Paris-Roubaix sportive on the frame, take 28mm tyres, if you want to go really wide. We reckon 25mm would strike the right balance for general riding.

Das 1.395g leichte Mavic Ksyrium SLS spart einiges an Gewicht ein

Rircheys Lenker WCS Evo Curve und auch der  WCS Vorbau aus Alu sind wie erwartet absolute Top-Qualität. Gleiches gilt auch für den bekanntermaßen sehr gut gelungenen Fizik Antares als Sitzgelegenheit.

Ein echter Eyecatcher ist der Acros Ai-70 Steuersatz mit nach oben offener Kappe, auch als “Eierbecher” bekannt. Der Steuersatz ist langlebig, mit einem 1.5mm Inbus-Schlüssel leicht einzustellen und der Rest eine Geschmacksfrage.

Fazit zum Canyon Ultimate 9.0 CF SL

Es fällt nicht leicht beim Canyon Ultimate CF SL 9.0 SL eine wirkliche Schwäche zu finden.Für reltiv wenig Geld bekommt man einen Rahmen nah an Profi-Qualität, sehr geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und tollem Handling. Oben drauf gibts eine gute Ausstattung und ein modernes Rahmendesign. Anderen Herstellern dürfte es schwer fallen zu diesem Preis etwas vergleichbares anzubieten. Auch wenn der Rahmen etwas schwerer ist als der des großen Bruders CF SLX, bekommt man für sein Geld ein hervorragendes Gewicht zu Preis-Verhältnis – egal ob mit SRAM Force 22, Shimano Ultegra, 105 oder Campagnolo Athena.

Preis: €2.599 (andere Ausstattungsvarianten möglich)
Hersteller: Canyon

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