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Tour de France

Tour de France 2017: Die sieben Schlüsseletappen

Wo wird die Tour gewonnen oder verloren? Wir haben sieben Etappen ausgesucht, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Der Parcours der Tour de France 2017 wurde enthüllt und zum ersten Mal seit 25 Jahren besucht das Rennen alle fünf Bergregionen Frankreichs.

Chris Froome hat bestätigt, dass er als Titelverteidiger bei der Tour an den Start treten und Team Sky versuchen wird, den fünften Toursieg in sechs Jahren zu erlangen. Die fordernde, aber gleichzeitig sehr ausgeglichene Strecke könnte genau das richtige für Froome sein, um dieses Ziel zu erreichen.

La Planche des Belles Filles, der Berg, an dem Froome bei der Tour in 2012 seinen ersten Tour-Etappensieg seiner Karriere erreichte, ist die erste große Prüfung in den Bergen. Col du Galibier und Col d’Izoard sind die zwei Höhepunkte in der letzten Woche des Rennens. Auf den ersten Blick hat es den Anschein, dass die Tour 2017 weniger Höhenmeter und Berge hat als die Jahre zuvor. Aber der Schein trügt: Die Ausrichter des Rennens haben stattdessen steilere Anstiege gewählt, unter anderem den Col de la Biche, Grand Colombier und Mont du Chat im Juragebirge auf der neunten Etappe.

Auf der vorletzten Etappe kann ein 23-km-Einzelzeitfahren für Drama und Spannung sorgen und den Kampf und die Entscheidung um das gelbe Trikot noch auf der 20. Etappe auf den Kopf stellen, bevor es am folgenden Tag nach Paris geht.

Also was können wir von der Frankreichrundfahrt im nächsten Jahr erwarten? Wo wird das Rennen gewonnen, entschieden, verloren, welche Etappen sollte man sich nicht entgehen lassen? Wir haben die sieben entscheidenden Schlüsseletappen ausgewählt.

Tour de France 2017, 5. Etappe: Vittel – La Planche des Belles Filles (160 km)

Das Rennen wird in Düsseldorf mit einem Einzelzeitfahren eröffnet. Von dort geht es nach Belgien. Zwischen zwei Sprintetappen liegt eine Bergankunft in Longwy. Hier können wir erwarten, dass das gelbe Trikot den Besitzer wechseln wird.

Aber die Hauptanwärter auf die Gesamtwertung werden zum ersten Mal auf der 5. Etappe, wenn es von Vittel nach La Planche des Belles Filles geht, den ernsthaften Kampf antreten.

Schon zweimal zuvor wurde dieser Berg als Ziel in der Tour genutzt. Chris Froome und Vincenzo Nibali konnten beide auf diesem Anstieg eine Etappe gewinnen. Das gibt uns einen Hinweis, welche Art von Fahrer sich an diesem Berg Chancen ausrechnen kann.

Der Berg ist nicht unbedingt der längste, den es zu bewältigen gilt, aber er ist sehr steil und wird die Spreu vom Weizen trennen. Fahrer, die nicht ihre Form gefunden haben, werden das hier zu spüren bekommen: Dieser Berg fackelt nicht lange – von Anfang an verzeichnet er eine Steigung von 10 % und lässt von da an nicht mehr locker.

Das steilste Teilstück verzeichnet 14 % und kommt am Ende des Berges. Hier wird man gut beobachten können wie die Favoriten sich schlagen und wie es um ihre Form steht.

Tour de France 2017, 9. Etappe: Nantua nach Chambery (181 km)

Nach der ersten Prüfung in den Bergen geht es mit zwei Sprintetappen weiter, die Ausreißern eine gute Chance auf einen Etappensieg geben könnten. Auf der 7. Etappe nach Troyes könnte das Peloton von Seitenwinden gebeutelt werden.

Dennoch müssen die Anwärter auf den Gesamtsieg auf der Hut sein. Aber erst auf dieser, der 9. Etappe, könnte es passieren, dass sich erhebliche Zeitabstände bilden.

Diese Etappe im Juragebirge ist die Königsetappe und als solche stellt sie mit drei massiven Bergen eine beachtliche Herausforderung dar: Col de la Biche, Grand Colombier und der Mont du Chat.

Col de Biche ist zum ersten mal bei der Tour dabei, der Grand Colombier hat Teilstücke mit einer Steigung bis zu 22 % und der Mont du Chat lag das letzte mal in den 70ern auf der Strecke der Tour.

Auf allen drei Bergen liegt die Steigung gleichmäßig bei 10 %. Der Mont du Chat ist beispielsweise 8,7 km lang bei einer durchschnittlichen Steigung von 10,3 %.

Die Abfahrten auf dieser Etappen sind ebenso entscheidend wie die Anstiege. Vom Gipfel des Mont du Chat angekommen sind es nur noch 25 km bergab bis zum Ziel in Chambery.

Tour de France 2017, 12. Etappe: Pau – Peyragudes (214 km)

Den Sprintern wird nach dem ersten Ruhetag, der auf die 9. Etappe folgt, noch zwei Möglichkeiten gegeben, um die Sprintwertung zu kämpfen, bevor die Bergziegen auf der 12. Etappe in den Pyrenäen in ihr Element kommen und der Kampf um die Gesamtwertung voll entbrennt.

Peyragudes ist eine neue Bergankunft für die Tour. Die Zielankunft auf der Landebahn des Flughafens klingt schon sehr vielversprechend.

In ihrerLänge von 214 km ist diese Etappe eine der längsten des Rennens und bietet einiges an Anstiegen und Bergen. Der Col de Mente und der Port de Bales wird das Peloton regelrecht zerstören und in seine Kleinteile aufteilen, bevor es in den letzten Anstieg geht.

Wir versprechen uns viel Drama auf den letzten 200 Metern: Die Steigung zieht auf 16 % an und mit Sicherheit wird jemand diese Gelegenheit nutzen, einen Angriff zu wagen.

Tour de France 2017, 13. Etappe: Saint-Girons – Foix

Chris Froome gewann dieses Jahr die Tour de France, aber er verpasste bei der Vuelta seine Chancen auf einen Sieg, als er auf einer relativ kurzen, aber bergigen Etappe vom taktischen Geschick Quintanas überrumpelt wurde.

Die 13. Etappe der Tour in 2017 ist vom Profil und Anspruch mit der Strecke dieser entscheidenden Etappe der Vuelta zu vergleichen. Nach dem vielversprechenden gewaltigen Tag nach Peyragudes, müssen die Anwärter auf das gelbe Trikot auf dieser anspruchsvollen, harten und relativ kompakten 13. Etappe auf der Hut sein.

Mit dem Col de Latrape, Col d’Agnes und schließlich dem Mur de Peguere und seinen 18 % Steigung, wird es viele Möglichkeiten für die Gesamtanwärter geben, an einem Tag einen großen Zeitunterschied untereinander herauszufahren. Diese Etappe verspricht sehr spannend und sehr intensiv zu werden.

Tour de France 2017, 17. Etappe: La Mure – Serre-Chevalier

Die Strecken der Tour 2017 sind sehr stark vermischt. Daher zählt auch auf den Zwischenetappen vor und nach dem letzten Ruhetag jede einzelne Sekunde. Diese Etappen sind von kurzen, scharfen Anstiegen und Seitenwinden gezeichnet.

Das Dreigespann der Alpenpässe, das auf dieser Etappe bezwungen werden muss, kann sehr entscheidend sein und der größte Zeitabstand der Tour kann hier eingefahren werden.

Als erstes gilt es über den Col de la Croix de Fer zu kommen: 24 km mit welligem Profil, das es einem unmöglich macht, einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden.

Darauf folgt, über den Col du Telegraphe, der legendäre Col du Galibier, der 2011 das letzte Mal bei der Tour unter die Räder genommen worden war.

Der Telegraph mit 11,9 km und 7,1 % Durchschnitt ist eine Ansage als Berg zum Vorglühen für Galibier, der mit 17,7 km und einer Steigung von 6,9 % im Schnitt sein wahres Gesicht verbirgt: Galbier behält das Beste bis zum Schluss – er wird zum Gipfel immer härter und schwieriger.

Galibier sollte eigentlich 2015 bei der Tour dabei sein. Aber Schlammlawinen machten den Profis einen Strich durch die Rechnung. Die Bergziegen werden es kaum abwarten können, diese geschichtsträchtigen Steigungen eines der berühmtesten Cols der Tour unter ihre Räder zu bekommen, bevor es in einer rasanten Talfahrt zum Ziel nach Serre-Chevalier geht.

Tour de France 2017, Etappe 18: Briancon – Izoard

Der Col d’Izoard ist fest in der Geschichte der Tour de France verankert: 34 Mal wurde er schon in der Tour gefahren, aber noch nie gab es eine Zielankunft auf diesem kultigen Col. Aber wir schreiben das Jahr 2017 und zum ersten Mal wird der Col de Izoard das Ziel der Etappe.

Der Col de Vars ist der Aperitif, bevor es auf der schnellen Abfahrt nach Guillestre geht, wo der letzte Anstieg beginnt.

Mit einer durchschnittlichen Steigung von 4,8 % klingt der Col nicht besonders fordernd oder schmerzhaft. Aber was er nicht an Steilheit hat, macht er mit seiner Länge wieder wett: Satte 31,5 km müssen die Fahrer bezwingen. Und auf dieser Länge kommen auch Teilstücke, die 10 % näher kommen. Und diese Teilabschnitte treten erst auf der zweiten Hälfte des Anstiegs in Erscheinung, wenn die Beine schon stark angezählt sind.

Die Casse Déserte, die dramatische Felsformation, die diesen Berg so berühmt macht und an eine Mondlandschaft erinnert, bietet die letzte Möglichkeit für die Kletterer im Peloton einen großen Zeitabstand einzufahren.

Tour de France 2017, 20. Etappe: Marseille – EZF (23 km)

Nach einem langen, bergigen Tag im Sattel auf der 19. Etappe erwartet die Fahrer auf der vorletzten Etappe ein Einzelzeitfahren.

Der Start und das Ziel dieses Zeitfahrens ist im Stade Velodrome in Marseille. Abgesehen von einem kurzen Anstieg zur Kathedrale ist diese Strecke relativ flach.

Wenn es bis zu dieser Etappe zwischen den Hauptanwärtern auf den Gesamtsieg sehr knapp ist, kann dieses EZF sehr ausschlaggebend sein und daher sehr spannend werden.

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