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Radcomputer & Powermeter

4iiii Viiiiva Herzfrequenzgurt bringt ANT+ und Bluetooth zusammen

Endlich ist eine Lösung für das Funkwirrwarr in Sicht - nur ein Android-Problem trübt noch ein wenig die Freude.

Zahlreiche Funkstandards wie ANT+, Bluetooth, WiFi oder Polars W.I.N.D. nerven uns Radsportler, weil die Industrie sich nicht auf ein System einigen kann. 4iiii hat mit seinem Viiiiva-Herzfrequenzgurt eine Brücke geschlagen.

Kurzer Ausflug in die Historie:
Früher war alles einfacher. Ein Kabel zwischen Radcomputer und Sensor sorgte für eine stabile Verbindung. Punkt. Aus.
Dann kamen die Funk-Herzfrequenzgurte und kabellose Sensoren für Geschwindigkeit und Trittfrequenz und wir ärgerten uns erstmals über gestörte Verbindungen unter Hochspannungsmasten und in Trainingsgruppen mit mehreren Geräten. Es folgten also codierte Funksignale, Polar und Ciclosport beherrschten jahrelang den Markt der High-Tech-Radcomputer und Uhren. Danach funkten alle Firmen mit eigenen Standards wild in der Gegend herum – ein einheitlicher Standard war nicht in Sicht.

Heute sind wir viel weiter! Die vielen Funksysteme haben jetzt schicke Namen aus Marketingabteilungen und transportieren nicht nur ein paar schlanke Daten vom Sensor zur Head Unit, nein – heute können sich Radcomputer mit dem Smartphone oder gleich mit dem Router verbinden und stehen kurz davor ihre eigener Wartung beim Hersteller per Web zu ordern. Der Ärger ist geblieben.

Der Viiiiva-Herzfrequenzgurt ist gleich groß wie auch Sensoren von Garmin, Polar und O_Synce.

Die Standards ANT+, Bluetooth, W.I.N.D. und WiFi

Mit dem ANT-Standard, woraus später ANT+ wurde, brachte eine Tochterfirma von Garmin einen gut brauchbaren Funkstandard auf den Markt, den heute sehr viele Hersteller nutzen und weitestgehend untereinander kompatibel machen. Dazu zählt leider nicht Polar, die nach wie vor auf ihr eigenes W.I.N.D.-System setzen und sich damit nicht nur ausgrenzen, sondern wahrscheinlich auch Kunden verlieren – trotz sonst sehr guter Produkte.

Die PC- und Smartphone-Industrie hat inzwischen auch das Bluetooth-Protokoll bei uns Radfahrern etabliert. Eigentlich schwappte diese Option von Läufern zu uns, die mit Apps wie Runtastic und einem Bluetooth-Gurt in der Gegend herumrennen und inzwischen auf Sportuhren gänzlich verzichten. Top-Radcomputer und Leistungsmesser arbeiten aktuell eher mit ANT+ als mit Bluetooth und das ist das Problem. Wer nämlich mehrere Sportarten wie Radsport und Laufen ausübt, hat mehrere Pulsgurte am Start. Was für ein Blödsinn!

Das dachte sich auch die Firma 4iiii aus der Nähe von Calgary in Kanada. So entwickelte man mit dem Viiiiva einen Herzfrequenzgurt, der sowohl den ANT+-Standard als auch Bluetooth Smart (aktuelle Ausbaustufe) unterstützt. Aber der Gurt kann mehr als nur zwei Systeme nutzen…

Die schmale Bauform trägt unter dem Trikot nicht auf und auch das Gewicht ist extrem gering: der Sensor wiegt nur 15 Gramm, der Gurt 34 Gramm.

Der Viiiiva-Herzfrequenzgurt im Test

Eine Besonderheit des Viiiiva-HR-Belt ist nicht nur seine Fähigkeit die Herzfrequenz abzunehmen und per ANT+ oder Bluetooth an entsprechende Endgeräte zu senden. Vielmehr ist er in der Lage die Daten von ANT+ Sensoren (Speed, Kadenz, GPS) aufzunehmen und gewandelt in Bluetooth weiter zu senden! Was hat man nun davon?

Nun ja, der Gurt ermöglicht so zum Beispiel mit einem Garmin Edge Radcomputer samt seiner ANT+ Sensoren zu fahren und die Daten zeitgleich auch an eine kompatible App auf eurem Smartphone mit Bluetooth zu senden.Smartphones verfügen i.d.R. nämlich nicht über ANT+. Man kann auch nur die Sensoren nutzen, den Edge gleich daheim lassen und das iPhone auf den Lenker bauen. Die Geschwindigkeit kann das Smartphone  per GPS ermitteln, bei der Trittfrequenz versagt es aber genauso wie bei der Leistungsermittlung (Powermeter).

Des Weiteren hast du nur noch einen Gurt für dein Lauftraining mit Runtastic und anderen Apps und kannst nahtlos aufs Rad wechseln.

Wer seine Daten vom Smartphone auf Online-Portale wie Strava, Sporttracks & Co. hochlädt und/oder die bunte Welt der Apps einfach toll findet, schafft sich so eine total unkomplizierte Lösung.

Der Textilgurt ist vorbildlich. Er trägt sich sehr angenehm, ist hochflexibel und sehr flach. Außerdem lässt er sich gut waschen und trocknet zügig. Viel besser geht nicht.

Zwei Druckknöpfe sorgen für sicheren Halt des Gurts. Bei der Stromversorgung greift der Viiiiva auf die weit verbreitete CR2032 zurück und erlaubt den schnellen Wechsel.

Funktionen des Viiiiva HF-Belt

Es gibt nichts was einzustellen wäre. Der Viiiiva-Pulsgurt funktioniert out of the box. Die einzige Voraussetzung ist das einmalige Koppeln mit den Endgeräten und dabei sind wir beim einzigen Haken des Herzfrequenzgurts von 4iiii….

Kompatibilität

In Sachen ANT+ haben wir den Gurt mit Head Units wie Garmins Edge Serie (510 und 810), dem SRM PowerControl 7 und einem O_Synce Navi2Coach gekoppelt und konnten keine Problem feststellen.

Die Verbindung mit einem Smartphone, getestet mit einem HTC One (M7 – Android 4.4.2) und einem iPhone, funktionierte unter Runtastic Pro auf beiden Systemen problemlos. Strava aber weigerte sich unter Android mit dem Gurt zu verbinden, während es auf dem iPhone direkt funktionierte.

Runtastic koppelt den Viiiiva-Gurt als “sonstige Bluetooth-Sensoren” und zeigt den Runtastic-Combo Gurt an. In der Suche zuvor wurde der Gurt aber korrekt als Viiiiva erkannt und funktioniert auch tadellos.

Offiziell unterstützt 4iiii mit dem Viiiiva aktuell nur iOS-Geräte. Das es auch unter Android funktioniert, haben wir bewiesen. Man sollte sich bei einem Kauf vorher vergewissern, dass die entsprechende App den Gurt unterstützt.

Fazit

Bis auf den Makel mit der noch mangelnden Android-Unterstützung ist der Viiiiva für seine 79 Euro (in Kanada für 79 $) eine super Sache. Wer sich für den Sensor interessiert, kann das gute Stück direkt bei 4iiii bestellen oder im europäischen Ausland. In Deutschland gibt es offensichtlich noch keine Vertriebsadresse.

Hersteller: 4iiii

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