Roadcycling DE Mit dem Ex-Profi Nicolas Roux in den französischen Alpen

Mit dem Ex-Profi Nicolas Roux in den französischen Alpen

Zwischen Fahrer und Straße besteht eine starke Verbindung. Auf der Straße entwickelte der Fahrer sein Talent und auf der Straße setzt er es in jedem Rennen aufs Neue ein. Das gilt auch für Nicolas Roux, den zweimaligen Etappensieger der Tour de France. Nicolas Roux ist ein Mann der hochalpinen Region Savoie Mont Blanc und wir konnten ihn dort exklusiv begleiten. Er zeigte uns eine ganz besondere Seite seiner Heimat, erzählte von seinem Leben und wie seine junge Familie ihn durch den Sport getragen hat und immer noch trägt.

Die Gipfel des Savoie Mont Blanc sind fest im Profisport verankert. Jeder war für sich bereits Schauplatz großer sportlicher Wettkämpfe der Tour de France. Der Mont Blanc dominiert zwar die Region, aber seine Nachbarn sind nicht weniger eindrucksvoll. Der Col des Aravis, der Galibier, der Iseran und der Madeleine… Die Liste könnte ewig so weiter gehen.Es gibt zahllose Möglichkeiten diese Giganten zu erleben. Vor allem ist es aber interessant, weil der Geist der Berge den Radsport mitgeformt hat. Dank der Initiative 1 Jour, 1 Col – One Col, One Day kann man von Juni bis August die Anstiege auf abgesperrten Straßen erleben.

Die beste Zeit um die Haute Savoie zu besuchen ist, wenn die UCI WorldTour in der Gegend ist. Wir waren am Megève und Les Saisies, als der dramatische Abschluss des 2014er Critérium du Dauphiné stattfand. Savoie Mont Blanc’s Verbindung zum Sport ist so stark, dass dich jedes Straßenschild daran erinnert, dass du gerade auf dem großen Parkett des Sports unterwegs bist.

Annecy, sein wundervoller See und nicht zu vergessen die im Radsport weltweit bekannte Firma Mavic sind am Mont Blanc ansässig. Letztes Jahr feierte hier Nairo Quintana seinen ersten Tour de France-Etappensieg, als er dem späteren Champion Chris Froome und Rodriguez davon fuhr.

Zwei Wochen später fuhr ein anderer Fahrer über die gleiche Ziellinie. Dieser Fahrer kam nicht wie Quintana viele Tausend Kilometer angereist. Es war Nicolas Roux. Er führt uns über die Straßen der Gegend. Das gibt uns die Chance den ehemaligen Profi näher kennenzulernen und zu interviewen.

L’Ambassadeur: Granfondos, Ultras und die Präsentation der Region

Nicolas Roux war ein aufstrebender Fahrer am Radsporthimmel der späten 90er. Alles schien gut zu laufen. Er war körperlich fit, bereitete sich schon seit seiner frühen Jugend vor und war in der Schule von Pro Continental Racing. Nicolas Roux begann mit 13 Jahren ernsthaft mit dem Radsport. Er ist am Mont Blanc aufgewachsen und trainierte somit früh in den Bergen. Viele vermuten, dass seine Disziplin vom Training in den Bergen herrührt. Die Verbindung zwischen Roux und den Bergen liegt auf der Hand.

Als er mit 23 Jahren aus dem Radsport ausschied, weil er nichts mit dem Dopingsumpf zu tun haben wollte, ging man davon aus, dass seine Karriere zu Ende ist. Dem war aber nicht so. Er engagierte sich als Mountainbiker und kam schnell auf den Geschmack von Ultra-Rennen. Genau das Richtige für einen Mann mit derartiger Disziplin. Mit 37 ist er heute Botschafter für Mavic und Canyon Bikes und wird von Garmin engagiert um Trainingscamps zu leiten.

Es kann kaum einen besseren Guide für die Region um den Savoie Mont Blanc geben als Roux. Er ist in der Region aufgewachsen, hat Profi-Erfahrung und ein enormes Talent.

Als wir Roux in Combloux getroffen haben, sah er aus wie ein Besucher von einem anderen Planeten. Seine Sponsoren sind allgegenwärtig. Seine komplette Ausrüstung ist gesponsort und man sieht ihm damit schnell an, dass man es hier mit einem Profi zu tun hat.

Wenn man Roux sieht, hat man ein Beispiel für die typische Statur eines Radsportlers. Kein Gramm Fett und von den Bergen geformte Beine – er ist und bleibt der Herausforderer des Berges.

Tour du Mont Blanc mit Nicolas Roux

Eine Woche bevor wir uns mit Roux getroffen haben, versuchte er den Tour du Mont Blanc-Rekord zu brechen. Diese epische Herausforderung könnte auch gut aus einer anderen Zeit stammen. Eine Zeit, in der Tour-Etappen noch unmenschliche Längen hatten.

Die Route der Tour du Mont Blanc (TdMB) führt nicht nur durch drei Länder und über zahlreiche kategorisierte Anstiege. Umgeben von den nördlichen Alpen, lässt die Anziehungskraft, die von dieser Route ausgeht kaum in Worte fassen. Rouxs Aufgabe war es die 330km-Strecke, mit mehr als 8000m Steigung in weniger als 11 Stunden und 41 Minuten zu fahren.

Von 30 Grad Hitze im Aosta Valley bis hin zu starken Regen und Sturm in den hohen Bergen, musste sich Roux allen Bedingungen stellen. Sein Rekordversuch musste er aber aufgrund der Wetterbedingungen abbrechen. Es war nicht Roux, der abbrechen wollte.

Er würdigt die Unterstützung seiner jungen Familie und betont, dass seine Familie eine der wichtigsten Motivationsquellen für ihn ist. Roux sagt, dass er niemals ein Rennen aufgeben würde. Das Wichtigste ist es, die Ziellinie zu überqueren. Das ist der Instinkt des Rennfahrers.

Die L’Etape du Tour und der Geist des Radsports

Roux gewann bereits zwei Etappen der Tour de France. Kaum vorstellbar, was dieser Mann für eine Karriere hingelegt hätte, wenn er aktiv im Rennbetrieb weitergemacht hätte.

Roux jagt keinen Illusionen hinterher. Er sieht die Kluft zwischen aktuellen großen Fahrern und sich. Aber er stellt sich dennoch jeden Vergleich. Hier wären wir auch wieder zurück bei Quintana und der Rampe des Semnoz. Roux fuhr die 11 Kilometer in 37 Minuten. Quintana brauchte 30 Minuten. Der Profi-Fahrer war nur sieben Minuten schneller als Roux mit seinen 37 Jahren.

Der Erfolg von Events wie L’Etape ist Beweis für einen neuen Stil des Radsports. Reisen ist einfacher denn je, so finden wir auf Rennen nicht mehr nur noch regionale Fahrer, sondern auch angereiste Rennsportler aus allen Teilen Europas.

Es ist eine der großen Ironien des Radsports, dass Toleranz und Talent in unterschiedlichem Verhältnis gemessen wird. Der olympische Champion bietet vielleicht mehr Unterstützung für Neueinsteiger als viele der selbst ernannten Experten. So ist es auch mit Roux. Die, die ihre Liebe zum Sport opfern um Teil eines korrupten Systems zu sein, sind genau das Gegenteil von Roux.

Er versteht die Faszination von Amateuren, die unbedingt die gleichen Straßen und Anstiege wie die Profis nachfahren wollen. Für Roux scheint die Faszination eine andere. Er will die Passion für den Radsport teilen – frei von kommerziellen und wettkampforientierten Richtlinien.

Mit Roux im Savoie Mont Blanc

Die Straße mit Roux zu teilen ist ein Privileg. Der Mont Blanc dominiert zwar das Bild in diesem Teil von Frankreich aber angesichts dieser Radsport-Größe habe ich andere Dinge im Kopf.

Die brutale Rampe die wir hier fahren war auch bereits Teil des Criterium du Dauphine. Vor solchen Anstiegen ist es schwer im Voraus zu planen. Die meisten alpinen Anstiege erlauben dir zwar einen Rhythmus aufzubauen, aber das schmälert die Herausforderung nicht unbedingt.

Einen Tag bevor die WorldTour die Strecke am Savoie Mont Blanc gefahren ist, waren wir zusammen mit Roux dort. Unsere Beine haben uns nicht im Stich gelassen. Als wir den Domancy eroberten, führte uns die Straße durch kleine Dörfer, bevor wir unser nächstes Rendezvous mit der Rampe des des Col de Soises hatten. Trotz des anstrengenden Anstiegs konnte uns die atemberaubende Kulisse immer wieder fesseln.

Die Landschaft oben am Berg ist gigantisch. Neben der tollen Luft motiviert allein schon die Aussicht und die Tatsache, dass der große Roux mit mir fährt. Wir arbeiten uns über die Haarnadel-Straßen nach oben in Richtung Gipfel.

Auf dem Mont Blanc haben sich viele Ski-Resorts angesiedelt. Der Weg zu den meisten von ihnen führt dich über steile Rampen. Wer sich aber noch weiter herausfordern will, kann das auf diesem Wege tun.

Tage in Gelb

Als Kulturbotschafter für Les Saisies geht es für Roux natürlich um die Ehre, wenn er über diese Gegend spricht.

Ein Champion wie Nicolas Roux steigert das Ansehen der Region enorm. Tausende Fahrer fahren die Straßen jedes Jahr ab um die selbe Strecke zu fahren wie ihr großes Vorbild.

Roux scheint schlussendlich doch die Auszeichnungen bekommen, die sein Talent verdient. Von den Auszeichnungen gibt es viele im Savoie Mont Blanc und in Les Saisies.

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